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Deutschland auf der Couch
by Stephan Grünewald | Nonfiction
Registered by Flicki of Emden, Niedersachsen Germany on Sunday, March 16, 2008
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Journal Entry 1 by Flicki from Emden, Niedersachsen Germany on Sunday, March 16, 2008

6 out of 10

Als ich vor einiger Zeit im Radio ein Interview mit dem Autor dieses Buches gehört hatte, war ich sehr angetan und habe mir darauf hin das Buch gekauft. Nach der Lektüre muss ich allerdings sagen, dass die Moderatorin der Sendung mal hätte Korrektur lesen sollen. Abgesehen davon, dass das überhaupt mal jemand hätte machen sollen, da das Buch wirklich vor Fehlern nur so strotzt, hat sie es geschafft, aus Grünewald ein fast einstündiges Gespräch herauszukitzeln, das wirklich spannend war, weil es die Dinge auf den Punkt gebracht hat. Alleine ist er dazu nicht in der Lage und mit viel blahblah und absurden Exkursen ("Der Whisky [...] ist die autistische Alternative zum Cognac oder Likör", "Wenn der letzte Schuss abgegeben [...] ist, geraten die Teilnehmer [=Ebay-Auktionäre] fast in eine kleine 'postkoitale' Depression") dümpelt das Buch so vor sich hin und stellt auch bei mir (die ich keinen Fernseher und kein Handy besitze) ein seltsames Gefühl der Ratlosigkeit und des Nicht-Einlassen-Könnens ein, das er der deutschen Gesellschaft unterstellt. Da ich eigentlich keine Probleme damit habe, mich auf etwas zu konzentrieren, muss ich diesmal doch dem Autoren den Schwarzen Peter zuschieben: Das Buch ist - so interessant das Thema auch eigentlich ist - nicht in der Lage, zu fesseln. Schade eigentlich, denn wie das Radiointerview zeigte, ist Grünewald grundsätzlich schon in der Lage, Gedankengänge zu Ende zu führen und dabei auch zu schlüssigen Ergebnissen zu kommen. Sprachliche Selbstverliebtheit und pseudopsychologisches Das-ist-so kommen hier aber als Nebelwerfer zum Einsatz.

Hab das Buch trotzdem zu Ende gelesen, aber empfehlen kann ich allen Ernstes nur das Interview. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/479970/ 




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