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Nächstes Jahr in Jerusalem
by Andre Kaminski | Other
Registered by lady-liberty of Coburg, Bayern Germany on 12/30/2007
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Journal Entry 1 by lady-liberty from Coburg, Bayern Germany on Sunday, December 30, 2007

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Nächstes Jahr in Jerusalem, rufen sich die Juden beim Abschied - und an Neujahr - zu: Wir wollen uns wiedersehen, meinen sie damit, und bitte im Gelobten Land. Oder doch wenigsten in einem, in dem sich in Frieden leben läßt.
André Kaminskis Familiensaga ist ein abenteuerlich unterhaltender Roman, ein einzigartiges Beispiel jüdischer Erzählkunst, ein intelligentes, listiges, augenzwinkernd geschriebenes Buch, das Kapitel für Kapitel eine tiefe Weisheit beherzigt: Ohne Humor sind wir verloren, mit Humor überleben wir. 


Journal Entry 2 by lady-liberty from Coburg, Bayern Germany on Thursday, January 17, 2008

9 out of 10

Es gibt Bücher, die stehen ewig lange im Regal, werden abgestaubt und warten über Jahre hinweg darauf, endlich beachtet zu werden. Dieses Exemplar ist ein Beispiel dafür und ich ärgere mich, dass ich mir selbst einen unglaublichen Lesespaß so lange vorenthalten habe, denn Nächstes Jahr in Jerusalem wird eines der Bücher sein, die zu meinen Favoriten des Jahres zählen, das kann ich jetzt schon sagen.

Am liebsten hätte ich die fast 400 Seiten in einem Rutsch gelesen, was jedoch der Alltag zu verhindern wusste. Das Buch beginnt furios und lässt nicht nach, auf witzige, bisweilen groteske, immer aber intelligente Art zu unterhalten. Der Autor versteht es meisterhaft, in die Fußstapfen eines seiner Ahnen zu treten und dessen Fabulierkunst fortzusetzen. Auf dessen Grabstein steht: "Wahrheit ist das wertvollste aller Güter und soll gehandhabt werden mit Sparsamkeit und Zurückhaltung."

Es ist eine, besser gesagt zwei sehr jüdisch (und autobiographisch) geprägte Geschichten der Familien Rosenbach und Kaminski, die sich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, ausgehend vom Schtetl Stanislau in Galizien auf der einen und Warschau auf der anderen Seite, nach und nach aufeinander zu entwickeln. Die zahlreichen Familienangehörigen haben allerlei Schwierigkeiten zu überwinden und behalten trotz allem ihren ureigenen Humor und Witz, ihre grotesken Ansichten und absurden Ideen. Die Wege führen schließlich in die Schweiz, wo der Autor geboren wird (ausgestattet mit einem kuriosen, "museumsreifen" Geburtsfehler) und um ein Haar einen vielsagenderen Namen erhalten hätte... aber da war Jankl Kaminski vor!

Ich werde das Buch bestimmt weiterempfehlen, auf Anfrage auch verleihen, es soll aber in Zukunft einen würdigeren Platz im Regal erhalten - den hat es wirklich verdient.

Gelesen für die Schweiz bei der 1 Jahr = 1 Land Lifetime-Challenge 


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