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Sterben
by Arthur Schnitzler | Audiobooks
Registered by clawdiewauzi of Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on 11/22/2007
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Journal Entry 1 by clawdiewauzi from Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, November 22, 2007

7 out of 10

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Felix und Marie, ein innig verbundenes Paar, das durch eine ärztliche Prognose auf eine harte Probe gestellt wird: Ein Jahr hat Felix nur noch zu leben, so sagt man es ihm, und beide, Felix wie Marie, können mit dieser Aussicht nicht umgehen. Die Novelle beschreibt die beiden und ihr Erleben im Verlauf des Jahres von der Prognose an.

Felix wirkt zunächst gefasst, Marie kurzzeitig aufgelöst, dann jedoch sehr aufgeräumt. Spontan beschließt sie, das letzte Lebensjahr von Felix mit ihm zusammen zu verbringen und zugleich, es auch zu ihrem eigenen letzten Lebensjahr zu machen. Wenn es mit Felix zu Ende geht, so verkündet sie, dann will sie selbst sich das Leben nehmen und mit ihm zusammen sterben.

Diese klassisch romantisierte Sicht vom Tod ist jedoch nur der Anfang der knapp 140-seitigen Novelle, die in Hörbuchform von Monica Bleibtreu ungekürzt vorgelesen wird. Schnitzler hat diese Geschichte im weiteren Verlauf zu etwas ganz anderem verwoben. Nach und nach wird immer deutlicher, welche inneren Konflikte in den beiden Figuren toben. Sie versuchen beide, an ihren Zusagen festzuhalten, doch immer größer wird die Angst. Felix versucht zunächst, Marie dieses Leid zu ersparen und sie loszuwerden, doch diesem Großmut kann er nicht lang treu bleiben und Misstrauen und Missgunst machen sich in ihm breit. Wird sie ihr Wort halten und ebenfalls sterben? Oder macht sie ihm nur etwas vor und genießt nach seinem Tod das Leben? Die Tatsache, dass sie die Wahl hat und er nicht, lastet schwer auf Felix. Umgekehrt will Marie ihrer großen Liebe und ihrem Wort treu bleiben, spürt jedoch mit der Zeit immer deutlicher den Drang zu leben, nimmt – zunächst peinlich berührt und aus den Augenwinkeln – andere Männer wahr …

„Sterben“ erzählt nicht die Geschichte des Sterbens selbst, sondern eine Geschichte über die Auswirkungen des Todes vor Augen – aus der Sicht dessen, für den er unweigerlich vor der Tür steht, und aus der Sicht derer, die sich noch gegen ihn entscheiden könnte. Die Novelle mutet wie eine Studie an, ist durchweg nachvollziehbar und realistisch, leidenschaftlich und kühl zugleich. 


Journal Entry 2 by wingMartschellawing from Hechingen, Baden-Württemberg Germany on Saturday, May 17, 2008

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Aus der >Zwei Ohren Box von Claudiwauzi entnommen! 


Journal Entry 3 by wingMartschellawing from Hechingen, Baden-Württemberg Germany on Saturday, May 31, 2008

6 out of 10

Hmm also ich fands irgendwo Haarsträubend wie Felix und Marie mit dem bevorstehenden Tod umgehen und vor allem wie sich auch der Hausarzt gibt. Von wegen es wir alles wieder gut und alles verläugnen und nicht Klartext reden und Hilfe anbieten. Auch Marie wir völlig alleine mit ihren Gedanken und Sorgen gelassen. Aus der Sicht der Krankenschwester würde ich eindeutig sagen die beiden hätten besser versorgt werden sollen! Aber aus der Sicht ihre Psyche zu erleben denke ich war es schon ein recht guter Einblick was der bevorstehende Tod in einem oder in einem nahe stehenden Menschen auslösen kann.... 


Journal Entry 4 by wingMartschellawing from Hechingen, Baden-Württemberg Germany on Monday, August 04, 2008

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Kommt in die Komsomolskij`s Audio-Kiste !
 


Journal Entry 5 by teff42 from Blomberg, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, October 07, 2009

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aus Komsomolskij´s Audio-Kiste 


Journal Entry 6 by teff42 from Blomberg, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, April 10, 2010

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ich konnte mich nicht aufraffen das Hörbuch zu hören, vielleicht begegnet es mir eines TAges wieder.
Nun reist es weiter zu Psammy, die es sich ausdrücklich gewünscht hat :-)
 


Journal Entry 7 by Psammy from Solingen, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, April 14, 2010

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Ja, ich habe es erfolgreich geschnorrt! :-)

Ich bin nämlich neuerdings sozusagen Schnitzler-Fan geworden. Zuerst hat mir das Fräulein Else sehr unerwartet eine wahre Sternstunde beschert. Danach habe ich auch Leutnant Gustl für gut befunden und die Traumnovelle ist das dritte Werk, das mir begegnet ist. Davon war ich auch total begeistert. Daraufhin habe ich geschaut, was für Hörbücher denn noch registriert sind, und dann bei teff42 angefragt. Die konnte sich gut trennen und hat mir gleich unter Nennung eines Tauschwunsches geantwortet. Solche Deals liebe ich! Kein Hicki-Hacki, sondern klare Ansage - und alle sind glücklich. Super! :-)))

Außerdem lag eine echt tolle Karte bei (ich habe natürlich sofort geguckt, was für Bücher da im Regal stehen *ggg*), vielen Dank!

Nun bin ich mal gespannt, ob mir dieses Hörbuch auch wieder so gut gefallen wird. Er hat das Buch ja mit 30 Jahren geschrieben und es ist doch sehr merkwürdig, dass er sich in diesem Alter ein so schweres Thema ausgesucht hat. Und mich interessiert auch, ob er auch da schon über diese raffinierte Erzählkunst verfügt hat. Ich bin echt richtig gespannt! Trotzdem muss ich vorher erst was anderes hören, was Spannendes und was Historisches. Und dann lege ich los.

Vielen Dank für das Hörbuch und die tolle Abwicklung, teff42! :-)

Das Tauschobjekt schicke ich heute los! 


Journal Entry 8 by Psammy from Solingen, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, May 04, 2010

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Ja, das Hörbuch hat mir auch wieder sehr gut gefallen, aber man merkt schon, dass es ein Frühwerk ist. Es hat mich zwar auch wieder mitgerissen, aber an die drei anderen Werke reicht es nicht ganz heran. Der innere Monolog ist noch nicht so formvollendet wie später dann und der Ausdruck noch nicht so kristallklar. Natürlich ist es trotzdem eine herausragende Erzählung.

Ich habe mich ja gewundert, warum er das Sterbe-Thema so jung bearbeitet hat, und dazu passte dann die Tatsache, dass es sich um ein ganz junges Paar handelt, das mit dem langsamen Sterben eines Partners konfrontiert ist. Zudem ein unverheiratet zusammenlebendes Paar, was zu der Zeit wohl nicht der Normalfall war. Marie ist quasi nicht "vertraglich gebunden", moralisch aber sehr wohl. Dadurch gewinnt die Erzählung an Dynamik, finde ich.

Die Darstellung der Auswirkungen des Siechtums mit all seinen Abgründen zwischen Hoffnung und Verzweiflung konzentriert sich ganz auf die Entwicklung der Paarbeziehung von Felix und Marie. Über ihr Umfeld erfährt man überhaupt nichts und ob Felix z.B. mit Gott hadert, erfährt man auch nicht - Marie ist sein Zentrum, sie soll ihm in den Tod folgen. Und während sie am Anfang die romantische Vorstellung eines Liebestodes hat, wächst mit der Zeit in ihr eine wilde Lebenslust, die sie immer weiter vom verfallenden Geliebten entfernt. Das ist psychologisch sehr interessant und geht unter die Haut.

Ich habe jedenfalls wie gebannt gelauscht, was sicher auch an dem tollen Vortrag von Frau Bleibtreu liegt. Ob sie zum Zeitpunkt der Aufnahme wohl schon von ihrer eigenen tödlichen Krankheit wusste?

Vielen Dank nochmal für das Hörbuch! Ich werde es jemandem als Überraschungsbeigabe mit einem Ring mitschicken, es gibt da demnächst eine Kandidatin, die ich für würdig halte. :-)

Versand: 29.06.
 


Journal Entry 9 by wingholle77wing at Selm, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, June 30, 2010

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Danke, Psammy, für die nette Überraschung, du hast mich richtig eingeschätzt! 


Journal Entry 10 by wingholle77wing at Selm, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, August 12, 2010

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Nachdem ich einmal mit dem Hörbuch angefangen hatte, konnte ich nicht wieder aufhören und habe es sogar aus dem Auto mit ins Haus genommen, um es dort zu Ende zu hören, das tue ich nur ganz selten.
Inhaltlich möchte ich mich Psammy anschließen. Mir hat auch vor allem der psychologische Hintergrund gefallen und die dadurch entstehende Spannung.
In der nächsten Zeit werde ich das Hörbuch erstmal einer Freundin leihen, die keine Bookcrosserin ist, mir aber schon viele Bücher für BC gespendet hat. Das kann dann durchaus ein paar Monate dauern, weil wir uns nicht so oft sehen, anschließend werde ich es dann wieder dem BC-Kreislauf zuführen. 


Journal Entry 11 by wingholle77wing at Selm, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, December 09, 2011

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So, nun hat es noch länger als ein paar Monate gedauert, aber seit gestern ist das Buch wieder bei mir. 


Journal Entry 12 by wingholle77wing at A&O Hotel/Hostel am Hauptbahnhof in Moabit, Berlin Germany on Tuesday, May 08, 2012

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Released 6 yrs ago (5/11/2012 UTC) at A&O Hotel/Hostel am Hauptbahnhof in Moabit, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Buch für die UnCon 2012. 


Journal Entry 13 by lady-liberty at Moabit, Berlin Germany on Monday, May 14, 2012

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Das Hörbuch hatte gar keine Chance, den Büchertisch im A&O-Hotel auch nur aus der Nähe zu sehen, denn ich habe es holle77 schon im Eingangsbereich regelrecht aus der Hand gerissen. :-)

Nun ist es nach Bayern gereist und ich bin sehr gespannt darauf, warte aber noch auf die passende Stimmung, um es anzuhören.  


Journal Entry 14 by lady-liberty at Coburg, Bayern Germany on Wednesday, August 01, 2012

9 out of 10

"Sterben" ist ein seltsamer Titel für ein (Hör-)Buch, so dachte ich zunächst. Aber nun, da ich es zu Ende angehört habe, halte ich den Titel für den einzig möglichen. Er passt perfekt und dieses einzige Wort umfasst alles, worum es gut vier Stunden lang geht. Würde ich beschreiben wollen, wie mir dieses "Sterben" gefallen hat, so müsste ich zwangsläufig wiederholen, was die Hörerinnen vor mit schon geschrieben haben, denn meine Eindrücke sind ziemlich deckungsgleich.

Monica Bleibtreu war eine begnadete Leserin und jeder ihrer Vorträge lässt die Personen lebendig werden und deutlich vor dem inneren Auge erscheinen. Hilfreich ist dabei natürlich die punktgenaue Beschreibung durch den Autor, der ein unglaublich präziser Beobachter gewesen sein muss. Wie Psammy werde ich inzwischen mehr und mehr zum Schnitzler-Fan und freue mich schon jetzt auf die "Traumnovelle", die ich noch vor mir habe.

Seitdem ich mich mit den Autoren der verbrannten Bücher beschäftige, begegnen mir in den Ausgaben der Sekundärliteratur immer wieder interessante Zitate und zwei davon betreffen Arthur Schnitzler. Sigmund Freud schrieb ihm anlässlich seines 60. Geburtstages ehrfürchtig, Schnitzler würde "infolge seiner Selbstwahrnehmung alles das wissen, was ich in mühseliger Weise an anderen Menschen aufgedeckt habe." Wie wahr. Jahre zuvor hatte Schnitzler weniger freundlich bemerkt: "Nicht die Psychoanalyse ist neu, sondern Freud." 


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