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Abessinische Chronik
by Moses Isegawa | History
Registered by Bonnie of Waldems, Hessen Germany on 10/28/2007
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status (set by Torgin): travelling


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Journal Entry 1 by Bonnie from Waldems, Hessen Germany on Sunday, October 28, 2007

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Eine Familiensaga aus dem Uganda der Siebziger Jahre und die Lebensgeschichte des jungen Mugez, die in einem kleinen Dorf bei Kampala beginnt und in Amsterdam endet: das grandiose lietrarische Debüt eines Afrikaners.
 


Journal Entry 2 by Bonnie from Waldems, Hessen Germany on Tuesday, November 13, 2007

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als RABCK unterwegs zu nuriayasmin 


Journal Entry 3 by nuriayasmin from Miraflores, Lima Peru on Tuesday, November 20, 2007

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Vielen Dank, lag gestern in meinem Briefkasten. Zugebenermaßen war ich etwas geschockt über diesen 600-Seiten-Wälzer. Aus irgendeinem Grund war ich davon ausgegangen, das ist ein nettes dünnes Büchlein, das man schnell mal zwischendurch lesen kann. So, muss es nun erst mal in mein Regal umziehen und dort warten, bis ich das Tauschmaterial für die Boxen, für die ich mich angemeldet habe, gelesen habe. 


Journal Entry 4 by Torgin from Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, May 08, 2009

8 out of 10

Mugezi, Anfang der 1960er Jahre im ländlichen Uganda in der Nähe der Hauptstadt Kampala geboren, erzählt seine Geschichte und die seiner Familie. Der Vater, Serenity, hat eine ganze Reihe Macken und interessiert sich nicht besonders für seine Kinder. Die Mutter, Padlock, führt als fanatische Katholikin ein strenges Regiment über ihre Kinder (ein Erbe ihrer Klosterzeit), neigt aber zu völlig unkontrollierten Gewaltausbrüchen, unter denen vor allem Mugezi als der Älteste leidet. Dies ist für ihn zusätzlich schwer, weil er anfänglich bei den Großeltern väterlicherseits aufgewachsen ist, während die Eltern versuchten, sich in der Stadt zu etablieren, und dort einen ganz anderen Umgang miteinander kennengelernt hat. Padlock setzt sich auch durch, als es um die Schule geht, und so kommt Mugezi ins Priesterseminar, obwohl sein Großvater doch wollte, daß er Anwalt würde. Die Strukturen des Seminars sind geprägt von Autorität, Hierarchie und Gewalt, aber Mugezi weiß sich zu wehren. Die Schulferien verbringt er bei einer Tante mütterlicherseits, die sich im Widerstand gegen Idi Amin engagiert, wodurch der Junge ganz neue Einblicke erhält, die an seinem früheren Bild des Diktators mehr als nur kratzen. Durch die zweite Regierungszeit Obotes und den Guerillakrieg sowie die folgende Neuordnung des Landes windet sich Mugezi durch, immer einen Blick auf die Verhältnisse in der eigenen Familie und einen auf die Geschehnisse im Land – bis sich die Chance eröffnet, das Land Richtung Amsterdam zu verlassen.

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Eine Bewertung fällt mir hier ein bißchen schwer. Soweit es die ugandische Zeitgeschichte angeht, finde ich den Roman, der autobiographische Züge trägt, sehr gelungen, auch wenn es für jemanden, der sich mit den Ereignissen noch nie beschäftigt hat, vielleicht doch an einigen Stellen unklar oder verwirrend sein kann. Vor der Lektüre war ich davon ausgegangen, daß die Zeit Idi Amins einen größeren Anteil haben würde, aber letztlich paßt es so gut zum erzählten Alter Mugezis und angesichts der folgenden Ereignisse im Land wäre es sonst vielleicht auch zu gewaltsam geworden, um noch als literarisches Werk durchzugehen, schließlich ist es keine historische Abhandlung und auch kein Bericht der International Crisis Group über ein Bürgerkriegsgebiet.

Die Familie nimmt einen großen Raum ein, bei der Vielzahl an Verwandten nicht erstaunlich, auch wenn natürlich nicht alle Familienmitglieder gleichermaßen ausführlich berücksichtigt werden. Während man über die Eltern, die Mutter im besonderen, eigentlich nur den Kopf schütteln kann, sind die Großeltern und die Guerilla-Tante ausgesprochen herzerwärmend. Bemerkenswert übrigens, daß zwar alle Verwandten mit Namen (und wenn es „nur“ ein Spitzname ist) auftauchen, aber kein einziger der Geschwister. Insgesamt sind es schon eine Menge Schicksalsschläge, die die Familie treffen: Vergewaltigungen, gewaltsamer Tod, AIDS, die ganze Palette. Man kann der Ansicht sein, daß es weniger auch getan hätte, nur: Man wird sicher ohne größere Probleme und langes Suchen Familien finden können, auf die das so zutrifft, daher finde ich es völlig legitim. Lediglich ein, zwei Tode waren derart symbolbehaftet, daß ich es etwas übertrieben fand.

Das größte Manko ist die Erzählperspektive, wobei sich dies nicht in allen Abschnitten gleichermaßen bemerkbar macht. Mugezi weiß und berichtet vieles, was er als Ich-Erzähler eigentlich gar nicht wissen kann. Und speziell wo es um das Alter von ungefähr acht oder zehn bis etwa vierzehn geht, oszilliert das ganze zwischen einer recht kindlichen, unreflektierten Perspektive passend zum erzählten Alter und einer solchen, die nur rückblickend mit Anreicherung bis dahin gewonnener Erfahrungen erklärlich ist. Insgesamt wäre eine konsequentere Einnahme einer Erzählposition, welcher auch immer, angenehmer gewesen. Da dies aber nur ungefähr ein Drittel des Romans in nennenswerter Form betrifft, kann ich darüber hinwegsehen.

Ein Wort noch zum Titel, der im Englischen doppeldeutig Abyssinian Chronicles lautet und unpassend ausgerechnet mit Abessinischer Chronik übersetzt wurde. Mit Abessinien, dem äthiopischen Hochland, hat dieses Buch nämlich schlicht gar nichts zu tun, wohl aber mit den abyssischen Zuständen im Land. Ein wundervolles Beispiel für verlorengegangene humanistische Bildung, die den Begriff des ábyssos (griech., Abgrund, Unterwelt) vermutlich noch gekannt hätte *rolleys*
 


Journal Entry 5 by Torgin at Irgendwo in -- Irgendwo --, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, July 15, 2018

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Released 1 yr ago (1/1/2017 UTC) at Irgendwo in -- Irgendwo --, Nordrhein-Westfalen Germany

WILD RELEASE NOTES:

Wahrscheinlich befindet sich dieses Buch noch beim vorherigen Journalschreiber, ich hatte mir die BCID nur für meinen Eintrag geben lassen. Ich möchte es aber nicht mehr mit irreführendem Status auf meinem Shelf, daher dieser Eintrag. 


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