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Die Hexe von Portobello
by Paulo Coelho | Literature & Fiction
Registered by clawdiewauzi of Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on 10/14/2007
Average 10 star rating by BookCrossing Members 

status (set by clawdiewauzi): permanent collection


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Journal Entry 1 by clawdiewauzi from Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, October 14, 2007

10 out of 10

Im Mittelpunkt der Handlung steht die so genannte Hexe von Portobello: Athena. Die Geschichte der außergewöhnlichen Frau mit dem starken Willen und ihrem unerschütterlichen Glauben wird jedoch nicht linear chronologisch erzählt. Coelho lässt verschiedene Personen zu Wort kommen, die Athena, die eigentlich Sherine heißt, kennen gelernt haben. Aus ihrer Sicht wird Athenas Leben nach und nach zusammengesetzt, dies allerdings in heterogener Weise, denn nicht alle, die von Athena berichten, haben nur Gutes von ihr zu erzählen. Hierbei hat das gesamte Buch den Charakter einer Interviewsammlung oder eines gesammelten Nachrufes, denn Athena lebt nicht mehr, wie der Leser schon zu Anfang erfährt.

Jeder Mensch stellt sich an einem Punkt seines Lebens die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Irgendwann ist für jeden der Moment gekommen, an dem man innehalten muss, um seine weiteren Ziele und auch seine Motivationen zu überprüfen. Die Hauptfigur der Geschichte durchlebt diese Phasen des Öfteren, ist stets um Selbstreflexion bemüht, um Weiterentwicklung – und doch ist sie keineswegs frei von Fehlern. Das macht sie menschlich, die Geschichte realistisch, und zugleich findet sich in dieser Darstellung auch einer der vielen wichtigen Aspekte des Buches: Es kommt nicht darauf an, perfekt zu sein, es kommt darauf an, das Beste zu wollen. Nicht unbedingt im Arbeitsleben, nicht einmal im sozialen Sektor, sondern zuallererst für sich selbst. Man muss seinen Weg, sein Wollen und auch sein Wirken genau bestimmen und den gewählten – oder bestimmten? – Weg genau verfolgen. Man kann vom Weg abkommen, aber man sollte ihn wieder finden können. Man kann aus den besten Absichten heraus falsche Entscheidungen treffen, doch gilt es dann, dennoch den Blick nach vorn gerichtet zu halten, nicht zurück. Man trägt Verantwortung und auch Konsequenzen, wie Athenas Fall ganz besonders deutlich zu zeigen vermag. Doch egal, wie es am Ende ausgeht: man muss sich selbst und seiner Bestimmung treu geblieben sein. 


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