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Journal Entry 1 by poppy17 from Angelbachtal, Baden-Württemberg Germany on Saturday, October 13, 2007
Kurzbeschreibung »... ein Abenteuerbuch, in dem man Indien riechen kann«. T. S. Eliot Der verwaiste Kim wächst in Indien in den Slums von Lahore auf. Gerne streunt er durch die belebte Stadt und wird von den Indern »kleiner Freund aller Welt« genannt. Eines Tages begegnet er einem buddhistischen Lehrmeister und schließt sich dem Lama auf dessen Pilgerreise an. Doch dann gerät Kim in das weitverzweigte britische Spionagenetz. In seinem größten Roman wollte Rudyard Kipling nach eigenem Bekunden die Grauenhaftigkeit des Lebens und der Eingeborenen Indiens behandeln, wie es außerhalb offizieller Berichte tatsächlich gelebt wurde. Entstehung: Bereits 1885 entstand ein später verlorenes Manuskript Mother Maturin, aus dessen Nebenhandlungen Kim und die Geschichten der Dschungelbücher hervorgingen. Inhalt: Der verwaiste Halbinder Kim wächst als Straßenjunge in Lahore auf. Als Diener eines weltfremden Lamas bereist er das Land, bis ihn das Regiment seines verstorbenen weißen Vaters auf eine englische Schule schickt. Dort soll er außerdem Fertigkeiten als Landvermesser erwerben, um so dem englischen Geheimdienst zu dienen. In den Ferien zieht Kim weiter mit dem Lama durch das Indien der Kolonialzeit. Die Freundschaft zwischen Kim und seinem weltentrückten Lama wird bei aller Verschiedenartigkeit von Respekt und Verständnis geprägt. Aus dieser Grundstimmung heraus erlebt der Leser auch die unterschiedlichen Kasten, unermesslichen Reichtum und bittere Armut, Religionen, Sitten sowie Gebräuche. Das Land wird nicht aus der Sicht weißer Kolonialherren beschrieben, vielmehr schildert Kipling ein Indien der Inder als äußerst farbenprächtiges Panorama des Subkontinents. Der Lama findet schließlich sein Ziel, einen heiligen Fluss, und auch Kim muss sich entscheiden zwischen dem indischen Weg, dem geduldigen Umherziehen, oder dem weißen, aktiv geplanten. Wirkung: Kim ist ein zeitloser Klassiker der englischen Indienliteratur, der von der Erzählkraft des Autors lebt. Kipling verwendet wie auch schon in anderen Texten Dialekte und Soziolekte erstmals zur Charakterisierung und nicht als Karikatur einer Person. Ablehnung erfuhr der Roman nur dort, wo das Sujet als nicht literaturwürdig eingestuft wurde. C. Ha. Quelle: amazon.de Gebundenes Buch, 325 Seiten, Titelbild anders als oben.
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Journal Entry 3 by NobelPrize from Stockholm, Uppland Sweden on Saturday, October 13, 2007
Dieses Buch ist hiermit auf das NoblePrize BookShelf aufgenommen. Auf diesem Shelf werden BookRinge und BookRays von Büchern gesammelt, die von Nobelpreisträgern geschrieben wurden. Hier kannst Du alle Bücher sehen, die auf dem Shelf verfügbar sind. Wenn Dich eines der Bücher interessiert, melde Dich bitte direkt beim Initiator des Rings oder Rays.
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Journal Entry 5 by Aldawen from Oberhausen, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, November 02, 2007
Heute angekommen, danke! Ich habe irgendwie immer einen Film im Kopf, wenn ich an dieses Buch denke, aber ich weiß gar nicht, ob sie wirklich zusammengehören. Deshalb will ich das jetzt mal lesen, damit ich's weiß *gg*
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Journal Entry 6 by Aldawen from Oberhausen, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, November 24, 2007
Huch, ich seh gerade, daß ich hier noch gar keinen Kommentar geschrieben habe, obwohl das Buch schon längst ausgelesen und auf Weiterreise ist. Also fix nachgeholt: Zum Inhalt: Der Waisenjunge Kim wächst in den Straßen von Lahore auf, wo er sich mit Bettelei und Gelegenheitsarbeiten durchschlägt. Als er sich mit einem tibetanischen Lama anfreundet und diesen auf seiner Suche dem „Fluß des Pfeils“ begleitet, erfüllt sich schnell auch eine ihn betreffende Prophezeihung. Mitglieder eines britischen Regiments erkennen in ihm den Sohn eines irischen Soldaten und er wird, mit finanzieller Unterstützung des Lamas, auf die Schule nach Lucknow geschickt. In den Ferien erhält er weiteren Spezialuntericht. Man hofft, seine Fähigkeiten und seine Nähe zur indischen Bevölkerung nutzbringend im „Großen Spiel“, dem vor allem mit Geheimdienstmitteln ausgetragenen Ringen zwischen Großbritannien und Rußland um Zentralasien und Indien, einsetzen zu können. Nach einigen Jahren in der Schule gewährt man Kim aber zunächst Urlaub, um mit dem Lama weiter durchs Land zu ziehen. Als die beiden sich den Bergen zuwenden, sollen sie Kims Vorgesetzten, dem Bengalen Hurree Chunder Mookherjee, aber auch dabei behilflich sein, zwei Spionen Rußlands wertvolles Material abzunehmen. Kim und der Lama kehren krank und geschwächt in die Ebene zurück, wo der Lama endlich seinen Fluß findet und auch Kim an seiner Erkenntnis teilhaben lassen will, so daß dieser letztlich mit der Entscheidung konfrontiert ist, weiter am „Großen Spiel“ teilzunehmen und sich langfristig als Europäer zu bekennen oder dem spirituellen Weg zu folgen oder zu versuchen, beides zu verbinden. Das Ergebnis läßt Kipling offen. Meine Meinung: Vordergründig ist Kim zunächst einmal ein spannender Abenteuerroman, und als solcher hat er auch seinen Platz in der Kinder- und Jugendliteratur gefunden, wenngleich dies wohl nicht Kiplings Absicht war. Kipling zeigt auch nicht das Leben der kolonialen Oberschicht, sondern ein buntes und intensives Bild der indischen Städte und Dörfer, der Landschaften und Menschen. Alles ist vertreten: Arme und Reiche, verschiedenste Religionen und Volksgruppen, die einander mehr oder weniger offen gegenüberstehen. Man hat Kipling vorgeworfen (wohl auch, weil er mit Dialekten gearbeitet hat), er karikiere die Inder, und ihn deswegen einer imperialistischen Grundhaltung verdächtigt. Dem würde ich, obwohl der sprachliche Aspekt in dieser Übersetzung verloren gegangen ist, so nicht zustimmen wollen. Ja, manche Personen wirken etwas lächerlich, aber nicht weil sie Inder sind, sondern sich eben einfach albern benehmen, das wäre auch so, wenn sie z. B. Engländer wären. Ich hatte beim Lesen jedoch nicht das Gefühl, daß Kipling sich über die Inder lustig machen wollte oder sie gar abschätzig betrachtet, im Gegenteil spricht – bei aller Naivität des Lamas – v. a. aus dessen Beschreibung eine ungeheure Sympathie. Eher sind schon die wenigen Europäer ausgesprochen lächerliche Typen und alles andere als souveräne Vertreter einer überlegenen (Kolonial-)Macht. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, das Buch in ein paar Jahren noch einmal zu lesen, würde dann aber sicher zum englischen Original greifen.
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