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Die Prozedur, Sonderausgabe
by Harry Mulisch | Literature & Fiction
Registered by wingholle77wing of Meschede, Nordrhein-Westfalen Germany on 6/27/2007
Average 8 star rating by BookCrossing Members 

status (set by Amandil): to be read


5 journalers for this copy...

Journal Entry 1 by wingholle77wing from Meschede, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, June 27, 2007

This book has not been rated.

"Nach dem Welterfolg >>Die Entdeckung des Himmels<< der neue große Roman von Harry Mulisch: Die Geschichte eines Mannes, dem es gelingt, wie Gott zu sein und toter Materie Leben einzuhauchen; die Geschichte eines Wissenschaftlers, der Leben erschafft, aber sein eigenes Kind nicht retten kann. Kriminalroman und Liebesgeschichte zugleich, eine zauberhafte, geistvolle und witzige Gratwanderung zwischen Vernunft und Metaphysik - und ein >>atemberaubender Lesegenuß<<." (Die Welt)
Von Mulisch hatte ich bisher nur "Die Entdeckung des Himmels" gelesen und das ist so lange her, dass ich mich nicht mehr an Einzelheiten erinnere, sondern eher an die Atmosphäre und ich finde, dass auch dieser Roman wieder diese seltsame, etwas unwirkliche Atmosphäre innehat.
Über den Inhalt möchte ich nichts weiter schreiben, ich meine, dass das bereits zuviel verraten würde, das Buch hat so manche überraschende Wendung.
Besonders gut hat mir persönlich das Kapitel über den Golem gefallen, vielleicht deshalb, weil ich mich mit dem Thema bereits beschäftigt habe und vor noch nicht zwei Jahren in Prag war und mir die beschriebenen Orte teilweise gut vor Augen führen konnte.

reserviert für blups25 


Journal Entry 2 by wingholle77wing from Meschede, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, August 27, 2007

This book has not been rated.

Habe ich in die Niederlande-Buchbox gelegt und es reist am Donnerstag zu blups25.

Dies Buch erscheint mir nicht geeignet (zu schade und zu speziell) für einen Wildrelease! 


Journal Entry 3 by blups25 from Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, September 01, 2007

This book has not been rated.

Das Buch kam heute mit der heimgekehrten Niederlande-Bookbox bei mir in Bochum an und wandert nun auf den TBR-Stapel - danke! Und wenn ich es dereinst gelesen habe, werde ich es einer anderen Bookcrosserin mit einem Faible für Mulisch unterschieben, versprochen! 


Journal Entry 4 by blups25 from Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, November 05, 2007

8 out of 10

Ich möchte dieses Journal mit einem Geständnis beginnen: Das Buch hat oben rechts nun einen Knick, und ich bin schuld daran. Und das kam so: Ich durchwühlte meinen TBR-Stapel auf der Suche nach einer Inspiration, was ich als nächstes lesen möcht. Nun ist mein TBR-Stapel nicht einfach ein Häufchen Bücher. Es sind vielmehr vier Stapel (einer mit niederländischen Büchern, drei mit deutschen). Ich wühlte und las - und plötzlich geriet Stapel No. 4 (rechts außen) ins Rutschen. Ich griff, was ich greifen konnte. Aber ein Buch, ein einziges Buch fiel zu Boden. Dieses. Ich habe den Schaden so gut es ging behoben, aber man sieht's noch ein bißchen. Immerhin habe ich mir die Tatsache, dass mir ausgerechnet dieses Buch buchstäblich vor die Füße fiel, zu Herzen genommen, und es gelesen.

Auch mir hat dieser Mulisch gut gefallen, und als ich eben Dein Journal las, liebe holle, musste ich schmunzeln, denn auch ich fühlte mich streckenweise sehr an Die Entdeckung des Himmels erinnert. Mulisch scheint einen Faible für seltsame Zeugungs- und Geburtsszenen zu haben, da schien mir die Parallele am offensichtlichsten. Und er hadert mit Gott, auch das in beiden Büchern zu finden.

Der Anfang der Prozedur ist etwas "technisch", dann kommt unvermittelt der historische Teil (mit einer sehr schönen Einleitung!), der auch mir sehr gut gefallen hat. Mulisch könnte auch Historienschmöker mit Niveau schreiben. Es folgt besagte abstruse Zeugungs- und Geburtsszene, bevor die eigentliche Geschichte so richtig beginnt. Ich weiß nicht, wo der im Klappentext zitierte Journalist der Welt einen Kriminalroman in diesem Buch fand, ich finde, Die Prozedur hat nun so gar nichts von einem Krimi. Ich könnte aber auch nur schwer sagen, WAS sie stattdessen ist. Ich fand Viktor Werkers Denken und Handeln jedenfalls sehr stimmig und nachvollziehbar, nur das Ende war etwas konstruiert und vorhersehbar. Ich habe schon einige Kapitel vor Schluss (geistig) mit schnipsenden Fingern dagestanden und gerufen "Ich weiß, wie's ausgeht!" Trotz des nicht ganz so gelungenen Endes eine sehr schöne und lohnende Lektüre, sollte mir das Buch noch einmal über den Weg laufen, werde ich mir sicher noch eine Ausgabe für mein persönliches Bücherregal mitnehmen.

Ich kenne noch zwei Bookcrosserinnen, die Die Entdeckung des Himmels mögen, denen werde ich Die Prozedur mal ans Herz legen, da finden sich bestimmt noch LeserInnen. 


Journal Entry 5 by wingAprillewing from Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, December 18, 2007

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Ein Tisch, sechs Leser(innen), diverse Bücher.
Eines dieser Bücher dieser Mulisch.
Der Mulisch mit dem dezenten Knick....
Ich lese Mulisch manchmal gern und manchmal auch nicht.
Der Mulisch der Prädestinationslehre bringt mich manchmal zum Stöhnen, vor allem, wenn Mulisch so tut, als kenne er die göttlichen Strickmuster, .... eins rechts, eins links, eins fallenlassen (wie z.B. in "Vorfall"). Trotzdem finde ich, dass Mulisch sehr facettenreich schildern kann.
Ich wehrte mich am oben beschriebenen Tisch am wenigsten. Und so fand Harry den Weg zu mir.
Gott schafft, indem er spricht. (Über Kapitel eins bin ich noch nicht hinaus, wie man sieht.) Das beschrieben auch Casaubon und Diotallevi (der literarische, nicht der crossige!) sehr witzig: "Gott schuf die Welt, indem er sprach. Er hat kein Telegramm geschickt: 'Fiat lux - stop -'".
Irgendwann lese ich weiter. Ob der liebe Gott schon weiß, wann das sein wird? Ich glaube, man muss alles selbst entscheiden. Vielleicht guckt er jetzt und grinst. Nichts für ungut, LG.
(Und danke Blups und Holle für das Buch.) 


Journal Entry 6 by wingAprillewing from Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, December 31, 2007

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Nein, liebe Blups, ich finde nicht, dass Mulisch mit Gott hadert. Bei mir entsteht beim Lesen von Mulisch-Texten eher der Eindruck, er hadere mit den Menschen.
"Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn." (1.Mose 1,27 in der Luther-Übersetzung)
Heißt in einer neueren Übersetzung: "Gott schuf den Menschen nach seinem Bild; er schuf Mann und Frau."
Und in der Bibel in Gerechter Sprache: "Da schuf Gott Adam, die Menschen, als göttliches Bild, als Bild Gottes wurden sie geschaffen."
Ich habe schon oft darüber nachgedacht, was das bedeuten kann und bin zu einem ähnlichen Schluss gekommen wie Mulisch: Der Mensch ist als Schöpfer geschaffen.

In der "Prozedur" begegnen dem Leser unterschiedliche Möglichkeiten menschlichen Schaffens.
Das schriftstellerische Schaffen als Spiel mit Buchstaben. Hier schlägt Mulisch einen eleganten Bogen zur Kabbalistik (und das erinnert so verblüffend an Ecos 'Foucaultsches Pendel'), die postuliert, dass alles, was ist, aus einem mystischen Buchstabenkorpus kombiniert ist. Ja, man kann, wie Mulisch, den ChromosomenSATZ assoziieren. Aber wir erleben den "Werker" auch als ganz trivial Zeugenden und Gezeugten ("Mann und Weib und Weib und Mann reichen an die Gottheit an" - Schikaneder/Mozart), als Wissenschaftler, der Grenzen überschreitet, wie seinerzeit Rabbi Löw, der mittels des kabbalistischen Zaubers Lehm zum Leben erweckte, so wie Werker mit modernem Zauber aus Mineralen (letztlich Lehm) Bakterien hervorzaubert. Da gibt es Seelenwanderungen und Grenzüberschreitungen und der Teufel begegnet ihm auch mit eiskaltem Händchen und rot ausgeschlagenem Mantel.
Ich habe mich gefragt, was Mulisch von mir als Leserin will.
Wenn "Lesen gelenktes Schaffen" ist, was erschuf ich mir beim Lesen?
Demut gegenüber der göttlichen Schöpfung? Eher nicht.
Ich meine schon, dass der Mensch, wenn er als Schöpfer geschaffen ist, alles versuchen darf, so wie LG ja auch mit Sintflut und anderen Ausradierungen Korrekturen größeren Stils an seiner Schöpfung vornehmen musste.
Und wenn der Mensch, was Mulisch vielleicht fürchtet, durch allzu kühne Forschung sich am Ende selbst die Lebensgrundlage entzieht, wer kann dann mit Sicherheit sagen, dass das nicht von Anfang an Teil des Plans war?
Löw - Werker - die Menschen werden immer Grenzen überschreiten. Die Buchstaben kombinieren sich immer neu; die Moleküle, die sich immer neu verbinden, sind Sternenstaub aus dem "Anfangschaos", da nähern sich Theologie und Physik einander an. Nicht, dass ich Polkinghorne ganz und gar verstanden habe....., aber Mulisch verstehe ich auch nicht ganz und gar.

Das Jahr 2007 beschließe ich mit diesem Buch, das mich gerade in den Passagen, in denen Mulisch über schriftstellerisches Schaffen nachsinnt, sehr ansprach.

So hat mir Teil 1 besser gefallen als Teil 2 und Teil 2 besser als Teil 3. Es ist ein Buch, das nicht aus einem Guss ist, sehr konstruiert; eine Kritik, die ich auch an "Die Entdeckung des Himmels" habe. Besser als in "Die Entdeckung des Himmels" finde ich, dass Mulisch hier den Menschen als Schöpfer und Vernichter zeigt. Das ist ein Terrain, auf dem sich die Menschen auskennen können, während ich die Originaldialoge aus dem Allerheiligsten zwar urkomisch, aber auch etwas befremdlich fand, eben menschlich-allzumenschlich.

Danke für die freundliche Überlassung dieser Pflichtlektüre.
Ich reserviere sie jetzt für Amandil.

PS: Amandil hat gestern Abend (12. Januar 2008) das Buch als Challenge, Hausaufgabe, Pflichtlektüre, Denksportübung - wie auch immer- übernommen. (Ja, ich kenne das flaue Gefühl auch, wenn man mir ein Buch mit treuherzigem Augenaufschlag und dem Hinweis: Das MUSST Du unbedingt lesen! überreicht. Gar nichts muss man. Atmen, trinken, essen - das schon, aber nicht LESEN. 


Journal Entry 7 by Amandil from Münster, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, January 13, 2008

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Ja, das hat sie. Wobei ich anmerken möchte, dass dieser Mulisch für mich in keiner Weise einer Hausaufgabe gleich kommt. Ich bin neugierig auf ihn und freue mich. Ein bisschen gedulden muss er sich noch, aber ich bin mir sicher, dass er das tun wird - im sicheren Glauben, dass er weder eine "Hausaufgabe" noch eine "Denksportaufgabe" für mich ist. Er darf bei mir sein, jawohl. 


Journal Entry 8 by Amandil from Münster, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, July 11, 2008

This book has not been rated.

Myotis fehlen noch Niederländer für die Challenge. Und da ich in die Schweiz fahre, wird sich das Buch morgen (ungelesen) mit auf die Reise machen, von Bochum über Bonn nach Kreuzlingen. Am Dienstag abend wird es dann bei einem persönlichen Treffen in Konstanz (vielleicht gelesen) überreicht. 


Journal Entry 9 by myotis from Aadorf, Thurgau Switzerland on Wednesday, July 16, 2008

This book has not been rated.

Als Überraschungsbuch am Mini-Meetup in Konstanz von Amandil erhalten. Dankä vielmol. 


Journal Entry 10 by Amandil from Münster, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, July 27, 2008

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Ich schieben mich nochmal dazwischen. Ja, ich habe das Buch auf der Fahrt gelesen, und es hat mir sehr gut gefallen. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mir kaum Notizen gemacht habe und aus diesem Grund nicht mehr soviel sagen kann. Eine Stelle habe ich mich aber aufgeschrieben (auf das Ticket):
"Die meisten Ehen scheitern nicht aus Mangel an Liebe, sondern aus Mangel an Freundschaft." (Seite 218)

Ich denke, dass da was drin stecken könnte...was wirklich wichtiges...was ich vielleicht erst im Laufe meines weiteren Lebens herausfinden werde... 


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