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DC-Universum 1. Söhne toter Welten
by Alan Grant | Science Fiction & Fantasy
Registered by clawdiewauzi of Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on 5/7/2007
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Journal Entry 1 by clawdiewauzi from Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, May 07, 2007

9 out of 10

Lobo, auch Präsi genannt, ist Kopfgeldjäger. Sein Ruf eilt ihm voraus – und das ist nicht unbedingt positiv, wenn man nicht gerade Lobo selbst ist, denn der Kopfgeldjäger gilt als einer der erfolgreichsten und zugleich brutalsten. Hat er die Wahl, die Zielperson lebendig oder tot abzuliefern, wird er die letztgenannte Variante bevorzugen. Eines Tages scheinen alle von Lobos Träumen auf einen Schlag wahr zu werden: ein maßgeschneiderter Auftrag, der ihm eine satte Million Kreds einbringen soll.
Gut gelaunt macht sich Lobo auf den Weg, einen gewissen Erdenbewohner namens John Jones ausfindig zu machen und – zu seinem Bedauern lebendig – zum Imperium der Vrk zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt weiß Lobo allerdings noch nicht, dass John Jones nur eine Identität eines Helden ist, hinter dem sich Martian Manhunter, ein Mitglied der Gerechtigkeitsliga, verbirgt. Lobo wäre aber nicht Lobo, wenn er auf diesen Umstand nicht flexibel reagieren würde … doch Supermans berechtigte Frage, was dem Manhunter überhaupt vorgeworfen wird, kann Lobo nicht beantworten.
Ehe sich Lobo, Manhunter und Superman allerdings versehen, stehen sie plötzlich quasi gezwungenermaßen auf derselben Seite – nämlich auf der gegen Alpha, einer KI, die die Vernichtung des gesamten Universums beschlossen hat …

Superhelden und –schurken beschrieben zu bekommen, von ihnen zu lesen, statt sie zu sehen – das ist durchaus zunächst gewöhnungsbedürftig. Nach etwa fünfzig Seiten jedoch hat man sich an diese Umstellung gewöhnt und beginnt, die Vorteile dieses Mediums zu genießen: Das Kopfkino schaltet sich ein, und alle Szenen des Buches - mitsamt der natürlich in allen Facetten auftauchenden Action – erscheinen vor dem geistigen Auge plötzlich noch farbenfroher, noch detaillierter und noch viel cooler, wobei gerade letzterem bei einem Superheldenroman besonderes Gewicht beizumessen ist. Allerdings erscheinen die durchaus als brutal zu bezeichnenden Szenen durch diese Form auch noch einmal verstärkt, und so ist „Söhne toter Welten“ nicht unbedingt etwas für recht zartbesaitete Leser.

Grant stellt alle Charaktere, wirklich gut von Dorothee Danzmann übersetzt, ausführlich vor, lässt den Leser sie zugleich begleiten und einen informativen Blick in die Vergangenheit werfen, so dass wohl Leser aus allen Nischen, langjährige Fans ebenso wie Leser, die zuvor keinen DC-Comic gelesen haben, auf ihre Kosten kommen.
Zahlreiche Einschübe und Nebenhandlungen lockern das Geschehen auf und trösten den Kenner von DC über einige Wiederholungen zum Charakterhintergrund souverän hinweg.

„Söhne toter Welten“ ist ein leicht und flüssig zu lesender Roman, sicherlich keine anspruchsvolle Literatur, aber Popcornkino zwischen zwei Buchdeckeln. Der Roman ist mitreißend, unterhaltsam, peppig – und ausgesprochen amüsant. Die Nachteile eines Romans gegenüber einem Comic, beispielsweise die fehlende Actiondarstellung, kann ein halbwegs fantasiebegabter Leser leicht überbrücken oder gar überflügeln, während einige Vorteile der Romanform, so etwa die intensivere Darstellung von Emotionen, dem Experiment DC-Roman noch einmal zusätzlich Fahrt verleihen.  


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