corner corner Betty Blue: 37,2 Grad am Morgen. Roman

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Betty Blue: 37,2 Grad am Morgen. Roman
by Philippe Djian | Literature & Fiction
Registered by Nesti of Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on 3/28/2007
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status (set by roskilde): to be read


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Journal Entry 1 by Nesti from Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, March 28, 2007

9 out of 10

(anderes Cover)


Für den frühen Abend waren Gewitter angesagt, aber der Himmel blieb blau und der Wind hatte nachgelassen. Ich ging kurz in die Küche, um nachzugucken, ob im Topf auch nichts anpappte. Alles bestens. Ich ging raus auf die Terrasse, ein kühles Bier in der Hand, und hielt meinen Kopf eine Zeitlang voll in die Sonne. Das tat gut. Seit einer Woche knallte ich mich jeden Morgen in die Sonne und kniff fröhlich die Augen zusammen, seit einer Woche kannte ich Betty.

So beginnt die Geschichte dieser buchstäblich wahnsinnigen Liebe zwischen Zorg und Betty. Er lebt in den Tag hinein, macht kleine Jobs, schreibt, wartet auf den Abend. Dann taucht Betty auf. Sie ist genau das Gegenteil. Wasser und Feuer prallen aufeinander, die ideale Verbindung, um in Rauch zu vergehen: Für sie würde er sofort die Sterne vom Himmel holen, aber sie sucht noch etwas ganz anderes, etwas, das es vielleicht gar nicht gibt.


Diese Geschichte ist die eine Seite des Romans von Philippe Djian, die andere ist seine Sprache, ist, wie diese Geschichte erzählt wird. Das leichte Fieber des Morgens durchzieht den ganzen Roman, ist immer da und wird stärker, die Sprache treibt die Geschichte atemlos voran, und atemlos folgt der Leser.

Philippe Djian, geboren 1949, lebt in Biarritz


»Liest man eine Seite von Djian, so findet man nichts Vergleichbares in der Literatur, es sei denn eine andere Seite, die Djian geschrieben hat. Seine Sprache hat Rhythmus, ist farbig und voll Sprengkraft, man spürt das Herzklopfen, die Stimmung, das Gefühl. Eine Sprache, die so lebt, ist unendlich selten. Ganz spontan bricht sie aus allem bisher Gekannten aus, schert sich nicht um irgendwelche Vorbilder, macht sich lustig über die sogenannte Avantgarde, ignoriert das schwerfällige Zusammensetzen eines Textes genauso wie sie die Forderung nach >gut schreiben< verachtet. Wenn viele Autoren heutzutage meinen, es genüge, die Grammatikregeln zu beherrschen, um zu schreiben, dann zeigt Djian gerade zum rechten Zeitpunkt, daß Sprache lebt. Ein echter Schriftsteller, ein großer Schriftsteller.«
Le Monde, Paris

»Einer der wichtigsten Autoren der jüngeren Generation. Als ich zum ersten Mal ein Buch von Djian las, dachte ich: Das ist der Nachwuchs. Seine Art zu schreiben war etwas völlig Neues, eine Art von Sichtreibenlassen. Es ist nicht einfach, ihn zu charakterisieren. Er schreibt in einer
Sprache, die nie in eine träge Ruhe gerät und sich in einem Zustand der Schwerelosigkeit voranbewegt. Es ist eine Sprache, die extrem durchgearbeitet ist, dabei sehr locker wirkt. Ich glaube, Bukowski und Kerouac sind seine literarischen Vorbilder, die Generation der Ruhelosen und Umherirrenden. Auch bei Djian wird diese Ruhelosigkeit spürbar in seiner Art, Geschichten zu erzählen.«
Schreibheft, Essen

»Diese Geschichte ist ein Suchen, markiert von den Ausbrüchen eines weiblichen Zorns. Eine Weile ist das lustig, dieses Aufeinanderprallen der Gegensätze, Trägheit und ruheloses Treiben, aber zunehmend wird das ernster und tragisch. Das Schlimmste zieht herauf - Wahnsinn, Aggression, Tod - und wird plötzlich mit Riesenschritten vorangetrieben.«
Liberation, Paris

»Philippe Djian, 36 Jahre, mit traurigem Lächeln und dem Körper eines Boxers der Leichtgewichtklasse. Schmal, athletisch, nicht sehr groß hat er vom Faustkämpfer die Eleganz und Nonchalance, die Nervosität und Wachsamkeit. Das zugerichtete Gesicht eines Boxers jedoch hat er nicht, denn die Kämpfer dieser Klasse sind in der Regel keine Draufgänger, sondern Stilisten. Philippe Djian ist ein Stilist. Und Stil ist es, worauf es ihm ankommt...
Was seine Leserschaft beträchtlich hat anwachsen lassen, das ist die Musik, deren faszinierender Wirkung sich seine Leser immer weniger entziehen können. Alle Stilisten sind Musiker. Musik der Worte, der Sätze, der Abschnitte, der Kapitel. Die harmonische Zusammenstellung der fremdartigen Elemente, an denen Djian unaufhörlich arbeitet, damit sie jene Konsistenz erhalten; eine Kraft, die alle verführt, die ein Buch von Djian aufschlagen. So war es diese Musik, die die Filmer Beineix und Boisset verzauberte, mehr jedenfalls als die von Djian erzählten Geschichten und Anekdoten. Und es war der zwingende und unwiderstehliche Charme dieser Bücher, der ihm ein wachsendes Publikum gewann, ein überwiegend junges Publikum, das sich in diesen immer etwas abgehobenen, ironischen und ehrlichen Gestalten wiedererkennt.«
Pflaster Strand, Frankfurt



Sein erstes und bestes Werk.


 


Journal Entry 2 by Torgin from Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, April 06, 2007

This book has not been rated.

Blieb heute beim Essener Treffen liegen, also hab ich es mal eingesteckt. 


Journal Entry 3 by Torgin at Meetup in -- Per Post geschickt / Persönlich weitergegeben --, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, April 10, 2007

This book has not been rated.

Released 11 yrs ago (4/10/2007 UTC) at Meetup in -- Per Post geschickt / Persönlich weitergegeben --, Nordrhein-Westfalen Germany

WILD RELEASE NOTES:

RELEASE NOTES:

Beim heutigen Meetup im Goldmund ... 


Journal Entry 4 by wingKYHwing from Siegburg, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, April 11, 2007

This book has not been rated.

Beim Kölner MeetUp eingesteckt.
Ein Buch aus dem "Buch der 1000 Bücher"


Journal Entry 5 by wingKYHwing from Siegburg, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, January 21, 2008

8 out of 10


Ein Jahr = Ein Land:
Frankreich



Das Buch hätte vermutlich noch etwas länger bei mir verweilt, hätte ich es nicht Roskilde für einen Tausch versprochen.
Irgendwie wollte ich nicht richtig dran, warum weiss ich nicht genau, der Klappentext liess mich schlimmes befürchten ;-)
Nachdem ich nun endlich zu lesen begonnen hatte stellte ich fest, dass ich es kaum aus der Hand legen wollte. Warum weiss ich wieder nicht, denn die Geschichte selbst ist nicht "spannend" im Sinne von Actionreich.
Trotzdem hat sie mich gefesselt, deprimiert, verwirrt und am Ende auch schockiert.
Betty hat wirklich einen Knall. Es ist wieder mal ein Rätsel der Natur, warum der Ich-Erzähler (Zorg) grade diese Frau auch dauerhaft um sich haben möchte.
An einigen Stellen hat mein Sinn für "Recht, Orednung und Anstand" aufgejault, vor allem, wenn Verstösse als so selbstverständlich angesehen werden.
Das Ende hat mich somit zum einen mitgenommen, zum anderen hätte es wohl gar nicht anders enden können. (Damit meine ich nicht die allerletzten Seiten, die hätten auch wegbleiben können). Und das ich das wiederum so akzeptiere, ist offenbar der leichten Gehirnwäsche durch den Autor zu verdanken...

Der Film lief vor einigen Tagen im Fernsehn, da habe ich ihn verpasst. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob ich ihn sehen möchte.... 


Journal Entry 6 by wingKYHwing at Per Post geschickt in -- Per Post geschickt / Persönlich weitergegeben --, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, January 30, 2008

This book has not been rated.

Released 10 yrs ago (1/30/2008 UTC) at Per Post geschickt in -- Per Post geschickt / Persönlich weitergegeben --, Nordrhein-Westfalen Germany

WILD RELEASE NOTES:

RELEASE NOTES:

Geht an Roskilde 


Journal Entry 7 by roskilde from Kappeln, Schleswig-Holstein Germany on Sunday, February 03, 2008

This book has not been rated.

Gestern angekommen, Dande fürs schicken 


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