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Die Hochzeit des Zain
by Tayyib Salih | Literature & Fiction
Registered by Piggeldy of Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on 8/14/2005
Average 6 star rating by BookCrossing Members 

status (set by Torgin): reserved


3 journalers for this copy...

Journal Entry 1 by Piggeldy from Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on Sunday, August 14, 2005

This book has not been rated.

Das erste Exemplar dieses Buches bei BC!!

Ein ausgemustertes Buch aus der Bücherei.

Die Geschichte des Buches gilt als berühmteste sudanesische Erzählung - ich bin gespannt, wie es sich liest! 


Journal Entry 2 by Piggeldy from Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on Monday, January 21, 2008

This book has not been rated.

Das Buch reist weiter, und zwar zu:
hummelmotte 


Journal Entry 3 by hummelmotte from Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, January 31, 2008

6 out of 10

Bücher sind angekommen, Briefmarke ist noch auf Reisen. ;-)
Vielen Dank.

Liest sich sehr gut, die Sprache ist einfach und die Beschreibungen anschaulich. Aber doch hatte ich etwas Schwierigkeiten, mich darauf zu konzentrieren und die zeitliche Abfolge mitzubekommen. Die Erzählung ist interessant, aber für mich waren es dann doch zu viele Beschreibungen. 


Journal Entry 4 by Torgin from Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, December 30, 2009

This book has not been rated.

Inhalt: Das Dorf an der Nilbiegung ist in heller Aufregung: Sain wird heiraten! Es ist wirklich unglaublich. Sain ist nämlich ein Außenseiter, wenn auch nicht unbeliebt. Er ist eher häßlich, immer hungrig, aber dafür mit einem herzhaften Lachen gesegnet. Daß er sich alle Naselang verliebt und damit vor allem die jungen Männer auf die hübschesten Mädchen im Umkreis aufmerksam macht, nutzen die Mütter allerdings gerne, um ihre Töchter gut zu verheiraten. Und Sain hat einen besonderen Freund, den alten Asketen Hanîn, der von Sain als „Gesegnetem“ spricht. Eine Auseinadersetzung mit Saifaldîn, ein Säufer und Tunichtgut, der Sain bei der Hochzeit seiner Schwester eins mit Axt überzog, endet für Saifaldîn fast tödlich, wäre Hanîn nicht eingeschritten. An diesem Abend prophezeihte Hanîn auch, Sain würde das beste Mädchen im Dorf heiraten und im ganzen folgenden Jahr können sich die Dörfler über die Wunder, die ihnen passieren, von der Ernte bis zur Beachtung durch die Regierung, nicht genug wundern. Und nun gibt es tatsächlich auch noch Sains Hochzeit ...

Meine Meinung: Auch dieser Roman ist im Kosmos des sudanesischen Dorfes an der Nilbiegung angesiedelt, das in Salichs anderen Romanen und Erzählungen den Rahmen bildet. Wer diese kennt, trifft eine ganze Anzahl alter Bekannter wieder. Trotzdem unterscheidet sich dieser Roman grundlegend von Zeit der Nordwanderung und erst recht von Bandarschâh, denn der Erzählton ist ausgesprochen locker, über allem schwebt eine heitere Stimmung, die nicht einmal der strenge Imam zu verderben vermag.

Die Hochzeit des Zain teilt aber mit den anderen Romanen auch etwas, nämlich Salichs Thema der Begegnung von Tradition und Moderne, von sudanesischem Dorf und westlicher Zivilisation. Und wie zu erwarten hat beides Licht- und Schattenseiten. Der westliche Lebensstil macht aus Saifaldîn den Säufer, der zu Prostituierten läuft und das Geld seines verstorbenen Vaters zum Fenster hinauswirft, der sich damit selbst außerhalb seiner Gemeinschaft stellt, bis zu seinem Schlüsselerlebnis der Beinahe-Ermordung durch Sain und die Rettung durch Hanîn. Danach wendet er sich einem gottesfürchtigen Leben zu und schafft damit die Reintegration in die Dorfgemeinschaft. Bei Sain ist es eher umgekehrt. Sein Äußeres, sein etwas irres Verhalten machen ihn zu einem Außenseiter, und er pflegt auch vor allem Kontakt mit den übrigen Benachteiligten, seien sie nun taub oder lahm. Als Dorforiginal gehört er zwar irgendwie dazu, aber im Vergleich zu den anderen Männern nicht so richtig. Das ändert sich zumindest teilweise, als er nach Saifaldîns Axthieb aus dem Krankenhaus zurückkommt, wo man ihm zusätzlich zur eigentlichen Behandlung gleich noch ein neues, strahlendes Gebiß verpaßt hat, das ihn gleich viel attraktiver macht als seine Zahnstummel.

Die Verbindung beider Welten erfährt in der Versöhnung zwischen Sain und Saifaldîn, dem folgenden guten Jahr fürs Dorf und Sains Hochzeitsfest einen Höhepunkt. Und nur Sain bemerkt dabei, daß seine Hochzeit eigentlich Hanîns Fest ist.

Wenn ich eine Empfehlung geben sollte, in welcher Reihenfolge die von Salich ins Deutsche übersetzen Werke am besten zu lesen sind, dann ist das nicht ganz einfach. Obwohl schwächere Erzählungen dabei sind, ist es aber vielleicht nicht das schlechteste mit Eine Handvoll Datteln zu beginnen, mit diesem weiterzumachen, dann Zeit der Nordwanderung (m. E. seines bestes und zu recht bekanntestes Werk) und mit Bandarschâh, das doch sehr von mystischen Elementen durchdrungen ist, zu enden. 


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