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Journal Entry 1 by Nesti from Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, August 12, 2005
In meinem Schlaf sah ich viele Wolken von Süden nach Norden treiben. Ich sah Wolken vom Ort des Sonnen- aufgangs zum Ort des Sonnenuntergangs treiben. Ich sah dunkle Himmel bedeckt mit unbekannten Wolken. Dann hörte ich viele Stimmen des Krieges, wiederbe- lebte Kriegslieder, geschaffen für den Kampf meines Volkes. Mütter, Kinder, Bäume, Insekten, Vögel, Tiere, alle stimmten in die Kriegslieder ein. Ich sah viele Knochen, verstreut auf ausgedehnten Ebenen, auf den Hügeln. Knochen ausgebrei- tet wie rauhe Matten am Ufer der Flüsse und im Wasser. Aber die Fische würden sie nicht essen. Sich erhebende Knochen. Sie redeten in vie- len Sprachen, die ich alle verstand. Zungen voller Feuer, nicht Asche. Wolken von Knochen erhoben sich, vom Schlachtgrund und hüllten die Himmel ein wie unzählige Regenvögel, die die Jahreszeit grüßen wollen. Es waren so viele Knochen, ich konnte sie nicht zählen. So viele, daß der Himmel Tränen regnete. „Du weißt, man sagt, die Medi- zin für die Last des Herzens ist Reden, aber ich habe geredet und geredet, und es scheint mir, ich rede mehr und mehr und stets ohne Linderung. Ich war auch ein Mädchen wie du, feste Brüste, voller Träume über mei- ne Familie, voller Geschichten meines Volkes im Herzen, voller Sehnsucht mein eigenes Kind zu pflegen, meine eigene Frucht, damit meine Nächsten nicht sagen, ich habe sie hängenlas- sen. Ich brannte danach, meine Nächte mit einem Mann zu tei- len, dem Mann, der in mir eine Königin sehen würde." „Ich bin der Baum, der seine Wun- den nicht vergißt, während die Axt lächelnd zu Hause sitzt, nachdem sie einen Tag lang das Fleisch des Baumes gegessen hat." Chenjerai Hove, geb. 1954 in Mazvihwa, Simbabwe Studierte Englisch und Literatur, arbeitete als Lehrer und Lektor, ist heute als Journalist tätig. Er veröffentlichte drei Gedicht- bände. "Knochen" erhielt den Noma- Preis, den prestigeträchtigsten Preis für afrikanische Literatur, und wurde in sechs Sprachen übersetzt. Vielschichtig gestaltete Personen, ihre Erinnerungen, Gedanken und Hoffnungen bilden das Mosaik dieser poetischen Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Liebe und das Leiden der Farmarbeite- rin Marita und ihrer jungen Freundin Janifa. Kenner sehen in "Knochen" den Eintritt Simbab- wes in die Weltliteratur... lyrisch, kraftvoll, reich an Rhythmen und Farben. Beschreibt das Leben afrikanischer Landarbeiter. Leider nicht mein Fall, dieser endlose Mono-Log. Geht erstmal an maggisimmi
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Journal Entry 3 by Aldawen from Oberhausen, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, January 11, 2009
Ich drängel mich mal eben hier herein *gg* Erzählt wird von der Frau Marita auf der Suche nach ihrem in den Wirren des Unabhängigkeitskampfes verschollenen Sohn. Ob er tatsächlich in die Stadt gegangen ist, sich den Kämpfern angeschlossen hat oder etwas anderes, bleibt offen. Marita selbst ist eine einfache Farmarbeiterin, ohne Schulbildung, die sich auf den Feldern des weißen Großgrundbesitzers abgearbeitet hat und dafür so wenig Dank von diesem bekommt wie alle anderen schwarzen Arbeiter auch. Deshalb versucht sie, das Mädchen Jennifer zu unterstützen, die zur Schule gehen soll, um aus diesem Teufelskreis zu entkommen. Ein interessantes Buch, aber für europäische Verhältnisse sicher gewöhnungsbedürftig. Hove wechselt ständig die Erzählperspektive, so daß ich mich bei jedem Kapitel wieder neu vergewissern mußte, wer gerade der Ich-Erzähler ist: das Mädchen Jennifer, Maritas Ehemann, der Koch Chisaga, eine unbekannte Frau, die Marita in der Stadt im Bus traf, Maritas Sohn, auch die Geister der Ahnen melden sich zu Wort. Aus diesen Perspektivwechseln resultiert auch eine gewisse Unsicherheit über die Zusammenhänge der jeweiligen Erzählzeiten, es geht hier keineswegs chronologisch-linear voran, sondern die Geschichte kreist von verschiedenen Seiten und Zeiten um Maritas Suche. Dieses zyklische Erzählen kenne ich inzwischen aus einigen afrikanischen Büchern und finde es reizvoll, weil es zwar anfänglich immer sehr verwirrend ist (jedenfalls für mich), aber in Summe ganz andere Sichten und Interpretationen der Geschichte erlaubt. Hoves Tonfall ist eindeutig von oralen Erzähltraditionen geprägt, und paßt sich damit der Erzählweise hervorragend an. Bemerkenswert ist noch, daß dabei viele Dinge in einer merkwürdigen Unbestimmtheit bleiben. So ist zwar die Wortwahl für sexuelle Aspekte teilweise durchaus drastisch, teilweise dann aber so verschämt, daß sich nur zwischen den Zeilen lesen läßt, was passiert.
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