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Kleiner Mann - was nun?
by Hans Fallada | Literature & Fiction
Registered by wingZa-idawing of Fürth, Bayern Germany on 12/12/2017
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Journal Entry 1 by wingZa-idawing from Fürth, Bayern Germany on Tuesday, December 12, 2017

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„Ich kenne den Fallada nicht, wohl aber diesen Pinneberg, das Lämmchen, Herrn Murkel natürlich, dann auch Frau Mia und den Jachmann – Hergott, Jachmann, wie oft habe ich Sie in der kleinen Bar an der Ecke Augsburger getroffen! Diese Leute wohnen gleich nebenan, man kann ihre Schatten abends auf den Gardinen sehen, sie sind im ganzen Viertel gut bekannt.“ Carl Zuckmayer, „Vossische Zeitung“, 1932


Die Handlung spielt 1930 bis 1932. Der Buchhalter Johannes Pinneberg und seine Freundin, die Verkäuferin Emma „Lämmchen“ Mörschel, erfahren, dass sie im zweiten Monat schwanger ist. Nach der kurzentschlossenen Heirat der beiden Verliebten kündigt sich eine glückliche Ehe an, wenn auch in bescheidenen Verhältnissen. Kurz nach dem Bezug der gemeinsamen Wohnung in der kleinen norddeutschen Stadt Ducherow wird Pinneberg jedoch aufgrund einer Intrige der Frau seines Arbeitgebers, die ihn mit ihrer Tochter verkuppeln wollte, entlassen und muss sich im Deutschland der Weltwirtschaftskrise eine neue Arbeitsstelle suchen.

Rettung kommt von Pinnebergs ungeliebter Mutter Mia, einer Lebedame aus Berlin, deren Freund Jachmann Pinneberg eine Stellung als Herrenbekleidungs-Verkäufer im Warenhaus Mandel in Berlin verschafft. Pinneberg und seine Frau ziehen nach Berlin und wohnen erst bei Pinnebergs Mutter, dann in zwei Zimmern in Moabit, die ihnen der Tischlermeister Puttbreese günstig aber illegal vermietet. Doch auch im Warenhaus steht Pinneberg nach kurzer Zeit unter Druck, weil der neue Organisator Spannfuß eine Pflicht-Verkaufsquote verlangt, was zu Mauscheleien und Konkurrenzkämpfen unter den Verkäufern führt. Auch sein Kollege und Freund Joachim Heilbutt kann ihm nicht mehr helfen. Als der Sohn Horst, genannt Murkel, im März 1931 auf die Welt kommt, ist das Geld wieder knapp, weil der Antrag auf Wochen- und Stillgeld von der Krankenkasse nur schleppend bearbeitet wird. Nach einem Jahr endet für Pinneberg die Tätigkeit im Warenhaus Mandel. Er wird wegen Zuspätkommens verwarnt und ist außerdem mit seiner Verkaufsquote im Rückstand. Als der Filmschauspieler Schlüter, der Pinneberg im Kino als Darsteller eines „kleinen Mannes“ beeindruckt hatte, in den Laden kommt, fleht ihn Pinneberg an, etwas zu kaufen, um seine Quote erfüllen zu können, weil er mit Verständnis seitens des Stars rechnet. Schlüter beschwert sich jedoch über den „aufdringlichen“ Verkäufer, was als Grund vorgeschoben wird, diesem zu kündigen. Später stellt sich jedoch heraus, dass ein missgünstiger Kollege Pinneberg als angeblichen Nationalsozialisten bei der jüdischen Geschäftsführung angeschwärzt hatte.

Im November 1932 lebt die Kleinfamilie illegal in einer Gartenlaube etwa 40 Kilometer östlich von Berlin. Die Laube gehört Heilbutt. Obwohl Pinneberg seit 14 Monaten arbeitslos ist, verbietet ihm Lämmchen, einen gewissen Krymna auf dessen Holz-Beutezügen zu begleiten. Stattdessen treibt er ausstehenden Lohn für seine Frau ein, die mit Näharbeiten bei Privatleuten etwas hinzuverdient. Eine Fahrt nach Berlin, um die Arbeitslosenunterstützung abzuholen, endet in einem Fiasko. Gedemütigt durch einen Berliner Schutzpolizisten, der ihn vom Bürgersteig verscheucht hat, traut er sich kaum, seiner Frau unter die Augen zu treten. Jachmann kommt nach einem Jahr Gefängnis frei und will mit Lämmchen anbändeln, die jedoch verneint.

Pinneberg und Lämmchen entdecken die alte Liebe wieder und erkennen, dass nur sie wirklich wichtig ist.

Fallada beschreibt detailliert die Lebensumstände eines Angestellten der damaligen Zeit, indem er unter anderem darstellt, wofür die beiden das ihnen zur Verfügung stehende Geld ausgeben (sie stellen einen Haushaltsplan auf). Außerdem schildert er präzise die damalige Rechtslage in Bezug auf das Arbeitsrecht (Gewerkschaften, Betriebsrat, Kündigung) sowie das sich innerhalb von wenigen Monaten immer wieder ändernde Sozialrecht (Arbeitslosen- und Krisenunterstützung).


über den Autor:

RUDOLF DITZEN alias HANS FALLADA (1893–1947) wurde in Greifswald als Sohn eines hohen Justizbeamten geboren. Zwischen 1915 und 1925 war er Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, zwischen 1928 und 1931 Adressenschreiber, Annoncensammler und Verlagsangestellter. 1920 debütierte er mit dem Roman "Der junge Goedeschal“, sein vielfach übersetztes Buch "Kleiner Mann – was nun?" (1932) machte ihn weltweit berühmt. In der Zeit des Nationalsozialismus lebte Fallada als "unerwünschter Autor" zurückgezogen in Mecklenburg. 1945 siedelte er nach Berlin über, wo er im Herbst 1946 in weniger als vier Wochen den Roman „Jeder stirbt für sich allein“ niederschrieb und kurz darauf an Herzversagen starb. Rund 60 Jahre nach der Entstehung avancierte Falladas letztes Buch als Wiederentdeckung zum überragenden Publikumserfolg in Deutschland und der Welt. Weitere Werke sind u. a. "Bauern, Bonzen und Bomben" (1931), "Wer einmal aus dem Blechnapf frißt" (1934), "Wolf unter Wölfen" (1937).

Bei Hans Fallada handelt es sich um einen der Autoren, deren Bücher im Mai 1933 in Berlin auf dem Opernplatz und in vielen anderen deutschen Städten von den Nazis in die Flammen geworfen wurden. Eine erschreckend umfangreiche Liste ist hier einzusehen:

Liste der "verbrannten Autoren“



Dies ist eigentlich ein besonderes Buch für mich, weil es zum UNESCO-Welttag des Buches 2012 herausgegeben worden ist. Und durch den Welttag des Buches bin ich 2012 zu Bookcrossing gekommen.

Weil ich aber nun das Hörbuch bekomme, darf die Papierausgabe weiterreisen. 


Journal Entry 2 by wingZa-idawing at Fürth, Bayern Germany on Tuesday, December 12, 2017

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Released 1 mo ago (12/15/2017 UTC) at Fürth, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch nimmt Andrea-Berlin mit nach Berlin zum Regal der „Verbrannten Dichter“.

Danke fürs Mitnehmen sagt 💕 Za-ida💕  


Journal Entry 3 by wingAndrea-Berlinwing at Steglitz, Berlin Germany on Friday, December 15, 2017

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Herzlichen Dank für den wunderbaren Abend und insbesondere die fränkische Fassung des nadelnden Baumes. Ein Besuch bei Euch ist immer das Highlight des Urlaubs!  


Journal Entry 4 by wingAndrea-Berlinwing at HU - Juristische Fakultät in Mitte, Berlin Germany on Friday, December 15, 2017

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Released 1 mo ago (12/18/2017 UTC) at HU - Juristische Fakultät in Mitte, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Bücher von Wedekind, Brecht, Heine, Mann, Klabund, Werfel, Frank, Zweig, Kafka, Friedell u. v. a. wurden 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt. Die erschreckend lange(n) Liste(n) findet man hier http://www.buecherlesung.de/liste.htm

Im Foyer der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin am Bebelplatz 1 wurde am 8. Mai 2013 anlässlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennungen in Deutschland (10. Mai 1933) am Eingang rechts in einem kleinen Extra-Raum, von dem man auf den Bebelplatz schauen kann, ein Regal mit Bookcrossing-Büchern von den Autoren, deren Werke 1933 den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten zum Opfer fielen, aufgestellt. Das Regal darf weiterhin im Haus stehen bleiben. Vielen Dank dafür!

Die Bookcrosser lassen diese Werke weiterleben und auf Reisen gehen. Über 3000 Bücher haben wir in den letzten vier Jahren im Gedenkregal freigelassen. Der Großteil ist weiter gereist. So hat auch nach vielen Jahrzehnten weiterhin jeder die Möglichkeit, sie zu lesen. Gute Reise, Buch! 


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