corner corner Pranke und Schwinge. Ein kreolischer Roman

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Pranke und Schwinge. Ein kreolischer Roman
by Carlos Wyld Ospina | Literature & Fiction
Registered by wingKYHwing of Siegburg, Nordrhein-Westfalen Germany on 7/10/2017
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Journal Entry 1 by wingKYHwing from Siegburg, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, July 10, 2017

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Carlos Wyld Ospina (* 19. Juni 1891 in Antigua Guatemala; † 19. Juni 1956 in Quetzaltenango) war ein guatemaltekischer Novellist, Essayist und Dichter.


Aus Wikipedia:
Einen bis heute wichtigen Roman der guatemaltekischen, aber auch ganz mittelamerikanischen, Literatur schuf Wyld Ospina mit „La gringa“ (Pranke und Schwinge. Ein kreolischer Roman. Leipzig 1940).

Sein weiblicher Protagonist Magda gilt gleichbedeutend mit Rómulo Gallegos' „Doña Barbara“. Er legte dabei aber weniger Wert auf die äußere Symbolkraft denn mehr Steigerung eines Entwicklungsromans.

Im inneren Monolog der unbezähmbaren Weiblichkeit (Magda) und deren Antagonisten (Fernando) deutet er aber auch Themen an, mit denen sich erst spätere Autoren beschäftigt haben; Ausbeutung der Ureinwohner, wirtschaftliche Ausbeutung des Landes durch ausländische Firmen, autokratische Regierungszeit Manuel José Estrada Cabreras u.a.

 


Journal Entry 2 by wingKYHwing at Siegburg, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, December 14, 2017

3 out of 10


Ein Jahr = Ein Land:
Guatemala




Ich habe ein wenig geschwankt, wieviele Punkte ich vergeben soll.
Beim Lesen des Buches habe ich mich aufgeregt, ein wenig geschäumt und überlegt, ob ich es überhaupt weiterlesen soll. Ohne die Challenge hätte ich es vermutlich nicht getan.
All das allerdings hauptsächlich im 1. der 3 Teile.
Hätte das Buch nur aus den letzten beiden Teilen bestanden, hätte es bei mindestens 6 gestanden.

Man muss es sicherlich im zeitlichen Zusammenhang sehen - Es wurde 1935 geschrieben, das verhältnis zwischen Mann und Frau wurde ganz anders gesehen als heute.

In diesem Fall ist Magda die Besitzerin einer Farm (Finca) und Eduardo, ein Mann den sie von früher kennt, kommt zu Besuch.
Er hat nichts per se dagegen, dass sie die Farm besitzt und erstaunlicherweise ist es auch nicht so, dass er sie sofort heiraten will, um dadurch zum Besitzer zu werden.
Aber er findet, sie müsse die männliche Seite in sich bekämpfen und sie sei einfach nicht mehr die Frau, die sie früher war. Er hat das eine feste Meinung, die er auch gerne zum Besten gibt.
Ein Beispiel:
"Die beste Form, die die Liebe einer Frau zu einem Mann annehmen kann, heißt Bewunderung. Die Frau muß alles an ihrem Mann bewundern, angefangen von seinem Wuchs...er ist ja größer als sie!...bis zu der Art, wie er seine Zigarette ansteckt. Sie muß an ihm sogar das bewundern, was sie nicht versteht: seine Gedanken"

An dieser Stelle wäre das Buch fast an die Wand geflogen - allerdings ist es auch sehr lehrreich: wenn dies die vorherschende Meinung war - und das ist zu befürchten - ist es umso erstaunlicher, wie viel die Emanzipation in unseren Breiten geschafft hat. Und wirft noch einmal ein anderes Licht auf die Teile der Welt, in denen die Sichtweise heute noch so ist -so lange ist es bei uns noch nicht her.

Nicht nur Männer und Frauen, auch Indios werden betrachtet und eingeordnet...
Wären es nur ein paar Absätze gewesen, hätte ich sie als Zeit- und Ortsspezifisch eingestuft, sie wären sie mit der Geschichte verschwommen und hätten mich nicht so sehr gestört.
Aber leider werden diese Betrachtungen im ersten Teil des Buches in langen Gesprächen ausgewalzt.
Im zweiten Teil wird dann erzählt, wie die beiden sich damals kennengelernt haben und im dritten sind wir zurück auf der Farm und erleben die aktuelle Entwicklung -und noch ein paar "kluge Sätze" Eduardos.
Einer Leserin werden dabei folgende Sätze besonders "gut" gefallen:

"Ich kann ein Wort Alfonso Karrs nicht vergessen [..] Hör zu! - Die schreibende Fraubegeht zwei Sünden. Sie vermehrt die Zal der Bücher und vermindert die der Frauen." "Ausgezeichnet!"

In dem Buch werden noch diverse Themen gestreift (z.B. die Revolution), die einen Einblick in das Land der damaligen Zeit geben.
Auch die Geschichte die übrig bleibt, wenn man Eduardos Ergüsse ignoriert, ist nicht schlecht. Mich erstaunt immer noch, das Eduardo sie nicht verurteilt hat, obwohl sie außerhalb der Ehe sexuell aktiv war. Da war er dann deutlich moderner als anderer seiner Zeitgenossen. 


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