corner corner Der alte Mann und die Medaille

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Der alte Mann und die Medaille
by Ferdinand Léopold Oyono | Literature & Fiction
Registered by wingolagoriewing of Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on 3/4/2013
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Journal Entry 1 by wingolagoriewing from Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on Monday, March 04, 2013

5 out of 10


Ein Marktflecken im afrikanischen Busch, irgendwo in einem Winkel von Kamerun. Auf dem Platz vor dem Haus des französischen Kommandanten ist mit weißer Kreide ein Kreis markiert, in dessen Mittelpunkt ein alter Mann steht: der Afrikaner Meka, den die Franzosen anläßlich ihres Nationalfeiertages mit einer Medaille auszeichnen wollen. Die Arme stramm an den Leib gepreßt, den bloßen Kopf der heißen Sonne ausgesetzt, harrt der Alte geduldig der Ankunft des französischen Hochkommissars. Hinter sich die kreischende Menge der Stammesgenossen, vor sich auf der schattigen Veranda die kleine Schar der weißgekleideten Europäer, steht Meka eine peinvolle Stunde lang gleichsam zwischen zwei Welten...

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Das Buch war besser als Viele andere von afrikanischen Autoren, nicht ganz so deprimierend, teilweise herzerwärmend, aber insgesamt war es eher OK als gut.

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Ferdinand Léopold Oyono (* 14. September 1929 in Ebolowa; † 10. Juni 2010 in Yaoundé) war ein kameruner Schriftsteller und Politiker.

1960 trat er in den diplomatischen Dienst Kameruns ein und war von 1965 an Botschafter in Liberia und in den Beneluxstaaten und schließlich in Paris für Spanien, Italien, Marokko, Algerien und Tunesien. 1974 wurde er Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen, ab 1982 wieder Botschafter in Algerien, Libyen, Großbritannien und Skandinavien. 1985 wurde er zum Generalsekretär des Präsidenten Paul Biya ernannt, danach zum Minister. Von 1992 bis 1997 war er Außenminister, 1997 bis 2007 war er Minister für Kultur.

Ferdinand Oyonos drei Romane, die von 1956 bis 1960 erschienen sind, sind Höhepunkte der antikolonialen Literatur. Anders, als es zur Zeit der Négritude üblich war, sind sie nicht in anprangerndem Ton geschrieben. Genauso wenig blicken sie auf die vorkoloniale Geschichte Afrikas übermäßig idealistisch zurück, sondern sie stellen die Zeit des Kolonialismus humorvoll und ironisch dar.

Zählt für Kamerun.

 


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