corner corner Als ich Bazillenträger war

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Als ich Bazillenträger war
by Irmgard Keun | Children's Books
Registered by wingLilliannewing of Wilmersdorf, Berlin Germany on Wednesday, July 18, 2012
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Journal Entry 1 by wingLilliannewing from Wilmersdorf, Berlin Germany on Wednesday, July 18, 2012

This book has not been rated.


Ein weiteres Buch für die Lese-Challenge von lady-liberty.

Die beiden in dieser Ausgabe enthaltenen Geschichten stammen aus dem Buch "Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften."

Ravensburg: Meier, 1985. Mit Bildern von Käthi Bhend. 


Journal Entry 2 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Friday, July 20, 2012

9 out of 10


Wird im Rahmen der Lese-Challange von lady-liberty gelesen.

Die Autorin ist gelistet in dem Buch der verbrannten Bücher von Volker Weidermann sowie in der Liste der Bücherlesung.

Am 10. Mai 1933 ließ Propagandaminister Joseph Goebbels im Rahmen der öffentlichen
Verbrennung „undeutschen Schrifttums“ auch Keuns Schriften vernichten.

Bei Weidermann werden im Kapitel 19 "Gottfried Benn und andere Drogen" - neben Irmgard Keun "Ich habe den Feh an und wirke" auch Anna Seghers - das Kreuz mit Mexiko, Klaus Mann - das ganze Exil in einer Person, Otto Linck - der widerspenstige Förster aus Güglingen und Bertha von Suttner - der Friedensglnaz hält einfach an, portraitiert.

3.08.2012: Zusammenfassung aus Weidermann, S. 188-191
"Aber ich will schreiben wie Film ..."
Sie war in den dreißiger Jahren der Shootingstar - wie man heute sagen würde. "Wie schnell kam der Ruhm ins Leben der Irmgard Keun. Gilgi - eine von uns erschien 1931 und war eine Sensation. Was für ein neuer Ton, was für eine neue, moderne, selbstbewusste Frau. Und kaum ein halbes Jahr später - wer langsam schreibt ist dumm - Das kunstseidenen Mädchen."

"Auch ihre Bücher brannten. Von den gehassten Frauen im neuen Land war sie die meistgehasste. Aber Keun blieb. Ihr Mann, der 23 Jahre ältere Schriftsteller und Regisseur Johannes Tralow, war dem Regime willkommen."

Ihr Selbstbewusstsein blieb auch noch, als sie bereits ihr Bücher auf dem Scheiterhaufen sah. Sie unternahm den verwegenen, tollkühnen Schritt und meldete beim Landgericht Berlin Schadenersatz an für die Bestände, die durch die geheime Staatspolizei im Juli 1933 beschlagnahmt wurden. Und sie beantragte auch gleich Armenrecht für den bevorstehenden Prozess. Welch eine Kühnheit. Nichts dergleichen passierte. Stattdessen wurde sie verhaftet, verhört und freigekauft von ihrem Vater - mit 200.000 Mark, wie sie erzählte.

Sie ging dann doch außer Landes und traf in Ostende/Belgien auf Joseph Roth, mit dem sie zwei Jahre zusammenlebte und unmäßig und selbstzerstörerisch getrunken und um die Wette geschrieben hat. Sie schrieb über diese Episode: "Joseph Roth war der einzige Mann, der mich je gefesselt hat, so dass manches Wort von ihm in meiner Seele Wurzeln schlug."

Sie kam 1940 mit gefälschten Papieren wieder nach Köln zurück, wo sie bei ihren Eltern blieb. Ihr Stern ging erneut auf, als 1977 Jürgen Serke im Stern die "Verbrannten Dichter" portraitierte. Bis dahin war sie völlig in der Vergessenheit verschwunden. Ihre Bücher wurden neu aufgelegt und sie konnte ihre Lesereisen mit großem Erfolg durchführen. Ihr letztes Buch, das sie gerne noch geschrieben hätte, in dem das gesamte Leben versammelt sein sollte, hat sie nicht mehr fertig gestellt. Sie starb am 5. Mai 1982 - das heißt 30 Jahren vor unserer Lese-Challenge.



Bei Wikipedia ist Weiteres nachzulesen.


Zum Buch
Es ist eine Ausgabe des Ravensburger Verlages für Kinder mit hübschen schwarz-weißen Federzeichnungen, die teilweise die Geschichten pointieren und die damalige Zeit widerspiegeln. So befinden sich zwischen den Geschichten u. a. auch Abbildungen zu Werbungen aus der damaligen Zeit.

Der vorliegende Band enthält
"Ein Vorwort, das kein Vorwort sein möchte ..." von Gudrun Mebs sowie die beiden Geschichten
"Als ich Bazillenträger war" und "Die feinen Leute und die Pferdeäpfel".

Die Geschichten sind durchweg in sehr kindlicher Schnelligkeit geschrieben - mit so typischen Kindermund-Ausdrücken wie "So was ist doch nie eine echte Mutter von einem Kind, denn eine Mutter muss immer was sein wie ein Kissen, besonders vorne. Man kann ja sonst seinen Kopf nicht richtig wo ranlegen, wenn man mal weinen möchte bei seiner Mutter oder ein Geheimnis erzählen vor Weihnachten oder sonst." Auch ihr Erlebnis mit dem Schnecken-Essen ist so wunderbar beschrieben.

Das Vorwort hat allerdings etwas Gezwungenes - sie versucht, den Stil von Irmgard Keun in ihrer Vorwort-Erzähung nachzubilden - und vor allen Dingen sprachlich unverzeihliche Mängel des Satzbaus: Beispielsweise: "Weil, wenn man liest, erfährt man viel". Die kurze Biografie von Irmgard Keun (sie hat das falsche Geburtsdatum 1910 statt 1905 übernommen), die sie hier mit einbindet, berichtet auch von der Bücherverbrennung und der Emigration ("Ich habe im Atlas gesucht und das Land Emigration nicht gefunden.").

Wären im Vorwort nicht so viele Ergänzungen zu Irmgard Keun, würde ich mit Gudrun Mebs eigenen Worten sagen: "Also, die lese ich auch nicht. Weil ich nämlich lieber gleich das lesen möchte, was der Autor mir erzählt."



Alle Bücher, die ich lese, sind auf meinem erweiterten Profil gelistet.
 


Journal Entry 3 by wingLilliannewing at Balzac in Steglitz, Berlin Germany on Friday, July 20, 2012

This book has not been rated.

Released 1 yr ago (7/20/2012 UTC) at Balzac in Steglitz, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:


Dieses Buch reist nun zu Lese-Challenge Mit-LeserInnen.

Gute Reise und lass bald was von dir hören.
 


Journal Entry 4 by wingDagobert1wing at Steglitz, Berlin Germany on Friday, July 20, 2012

9 out of 10

Beim Treffen mit Lillianne bei Balzac bekommen, dankeschön.

Da die Autorin auf der Liste der "verbrannten Autoren" steht, habe ich das Buch abends noch gelesen. Es waren zwei nette kurzweilige Geschichten, bestimmt auch schön zum Vorlesen. Mir hat das Vorwort gefallen, weil es interessante Informationen kindgerecht rübergebracht hat. 


Journal Entry 5 by wingDagobert1wing at OBCZ Blaues Haus in Nürnberg, Bayern Germany on Friday, July 20, 2012

This book has not been rated.

Released 1 yr ago (7/21/2012 UTC) at OBCZ Blaues Haus in Nürnberg, Bayern Germany

WILD RELEASE NOTES:

Das Buch reist nach Nürnberg zur persönlichen Übergabe zu lady-liberty im Blauen Haus. 


Journal Entry 6 by winglady-libertywing at Nürnberg, Bayern Germany on Sunday, July 22, 2012

9 out of 10

Noch ein Mitbringsel aus Berlin, über das ich mich außerordentlich freue!

Dieses Buch ist unschwer als Kinderbuch zu erkennen und ich musste schon beim Überblättern der ersten Seiten grinsen, als ich die Illustrationen sah. Herrlich! Auch die Einbandgestaltung ließ auf eine unterhaltsame Lektüre schließen, aber davon später.

Für die Rückfahrt im Zug hatte ich wohlweislich keine Bücher mitgenommen, weil ich ja mit einem gewissen Zuwachs an Lektüre nach dem meet-up im Blauen Haus rechnen durfte. Doch zunächst war ich noch auf mehreren Etappen in öffentlichen Verkehrsmitteln in Nürnberg unterwegs (oder wartete an diversen Haltepunkte auf eben diese) und hatte dadurch reichlich Zeit und Gelegenheit, in das Buch hineinzulesen.

Das Vorwort fand ich (so wie Lillianne vor mir) unpassend und beinahe ärgerlich, wobei gegen ein Vorwort grundsätzlich natürlich nichts einzuwenden ist. Die darin enthaltenen Informationen, die für junge Leser durchaus sinnvoll und hilfreich sind, sind auch nicht von meiner Kritik betroffen, sondern ausschließlich die alberne Art der Umsetzung. Die Verfasserin tat gut daran, mit ihrem Namen einigermaßen unleserlich zu unterschreiben, sodass sie nicht sofort identifizierbar ist.

Irmgard Keun kannte ich bisher nur durch ihr "Fräulein Else", das ganz wunderbar den Ton der (damaligen) Zeit trifft und meiner Meinung nach autobiografische Züge trägt.

Bei diesem Buch scheint die Keunsche Kindheit ebenfalls Grundlage für die geschilderten Erlebnisse der Bazillenträgerin gewesen zu sein und ich habe mehr als einmal schmunzeln müssen. Wunderbar fügen sich die Illustrationen ein und unterstreichen die humorvollen Kindergedanken, die mitunter so viel näher am Leben sind als die der Erwachsenen.

Bis ich endlich in den heimatlichen Hafen respektive Bahnhof eingelaufen bin, war ich schon fertig mit der Bazillenträgerin und wünschte, das Buch wäre noch dicker gewesen. Den bibliografischen Daten habe ich allerdings entnehmen können, dass es eine Gesamtausgabe mit dem Titel "Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften" gibt. Ungläubig kopfschüttelnd habe ich mich daran erinnert, dass ich genau dieses Buch schon mehrfach registriert und weitergegeben habe, jedoch ohne es jemals gelesen zu haben.

Die nächste Ausgabe, die mir in die Hände fällt, wird definitiv behalten und von vorne bis hinten durchgelesen, das ist sicher.

Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals für das äußerst unterhaltsame Buch und für den Transfer von Berlin nach Nürnberg! 


Journal Entry 7 by winglady-libertywing at Coburg, Bayern Germany on Wednesday, August 29, 2012

This book has not been rated.

Runningmouse ist noch nicht ganz überzeugt, bei der Lese-Challenge der verbrannten Bücher mitlesen zu müssen und deshalb drücke ich ihr morgen dieses wunderbare Buch in die Hand, damit sie ein wenig in das hineinschnuppern kann, was wir schon seit Monaten treiben. Wäre doch gelacht, wenn sie sich nicht über die Bazillenträgerin amüsieren würde! :-)

PS: Morgen fahren wir zusammen nach Augsburg und besuchen die "Sammlung Salzmann" in der UNI-Bibliothek.  


Journal Entry 8 by wingRunningmousewing at Nürnberg, Bayern Germany on Monday, September 03, 2012

This book has not been rated.

Das Buch erinnerte mich an meine eigene Kindheit, als meine Oma mir immer erzählte, was mein Vater als Kind so alles angestellt hat.
Ich konnte mir damals garnicht vorstellen, dass man solche Sachen macht, andererseits hat er dafür dann immer schlimme Prügel von meinem Opa bekommen, was ich mir auch nicht vorstellen konnte.
Was blieb ist die Vorstellung, dass damals eine Kindheit viel freier war als heute, weil viel weniger reglementiert. Man ging am Vormittag in die Schule, und am Nachmittag konnte man tun und lassen, was man wollte, und mit wem- Kinder gab es viele. Und da wars einem dann auch mal langweilig - ich glaub, echte, richtige Langeweile kennen Kinder heute nicht mehr. Weil alles im Überfluss da ist - Kommunikation, Fernsehen, Filme, Musik.
Ohne Langeweile weiß man aber das Gegenteil nicht zu schätzen.

Ein wenig erinnerte mich das Buch auch an Ludwig Thomas Lausbubengeschichten.

Auf jeden Fall ein ganz schönes Buch, mit wunderbarer Illustration, und einem verkorksten Vorwort.

Danke fürs Mitlesenlassen! 


Journal Entry 9 by wingRunningmousewing at Nürnberg, Bayern Germany on Friday, March 28, 2014

This book has not been rated.

Released 2 wks ago (3/27/2014 UTC) at Nürnberg, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Die XS- Box ist eine willkommene Gelegenheit, das Buch an lady-liberty zurückzugeben! 




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