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Die Entbehrlichen: Roman
by Ninni Holmqvist | Literature & Fiction
Registered by wingKasimarwing of Schwabbruck, Bayern Germany on 6/9/2012
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status (set by Kasimar): permanent collection


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Journal Entry 1 by wingKasimarwing from Schwabbruck, Bayern Germany on Saturday, June 09, 2012

10 out of 10

Dorrit lebt in Schweden, sie ist Schriftstellerin, hat immer für sich selbst gesorgt, wollte sich nie von anderen abhängig machen und sie hat keinen Partner, keine Kinder - das alles macht sie mit Erreichen des 50. Lebensjahres für die Gesellschaft (eine Demokratie!) entbehrlich. Sie wird in eine Reservebankeinheit eingewiesen, dort hat sie alles, was sie braucht - kostenlos. Aber der Sinn ihres Lebens besteht von nun an darin, an medizinischen Experimenten teilzunehmen und Organe für benötigtere Menschen zu spenden, wohlwissend das einmal der Tag kommen wird, dass sie zur Endspende überwiesen wird.
Sie gewöhnt sich beklemmend schnell an das Leben in der Einheit, genießt die Freizeitmöglichkeiten, arbeitet weiter als Schriftstellerin und lernt Johannes - die große Liebe ihre Lebens - kennen.
Doch Johannes wird zur Endspende überwiesen, sie selbst ist schwanger, darf das Kind aber nicht behalten - Was soll es mit entbehrlichen Eltern?

Ninni Holmquists Erzählstil ist fesselnd: Man kann einfach nicht anders als weiter lesen, unbarmherzig wird man mit Dorrit in das Leben in der Einheit geführt. Und unwillkürlich stellt man sich die Fragen, die die Hauptfigur nicht wagt zu stellen: Wie kann es ein solches System geben, wie kann der Wert von Menschen allein an Kindern und Berufen festgemacht werden, am Nutzen für die Gesellschaft.
Dorrit muss das Ganze hinnehmen, als sinnvoll akzeptieren, sonst würde sie ja ihr eigenes Leben als wertlos deklarieren, der Leser will mit jeder Seite mehr dagegen protestieren - je mehr er sich mit der Hauptfigur identifiziert - und sich dem entziehen - aber das Buch ist so fesselnd und doch rational geschrieben, man kann gar nicht anders als es zu verschlingen.

Ein gutes Buch ist für mich eines, das eine fiktive Handlung so gut darstellt, dass sie jedezeit real sein könnte. Das ist bei diesem Buch (leider) der Fall - Es ist trotz radikaler Handlung so überzeugend geschrieben, dass man gar nicht anders kann als sich zu fragen: Was kann man dagegen tun? Wo gibt es bei uns schon Ansätze in eine solche Richtung? Wärmstens zu empfehlen!  


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