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Die tapfersten der Söhne
by David Malouf | Literature & Fiction
Registered by wingRunningmousewing of Nürnberg, Bayern Germany on 4/3/2012
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Journal Entry 1 by wingRunningmousewing from Nürnberg, Bayern Germany on Tuesday, April 03, 2012

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David Malouf erzählt die Geschichte von Hektors Tod durch Achill und der Auslösung seines Leichnams durch seinen Vater Priamos auf eine neue, eindringliche Weise. Priamos macht sich mit Somax, einem einfachen trojanischen Mann, auf den Weg in das griechische Lager, in das Achill Hektors Körper geschleppt hat. Auf dem Weg dorthin lernt Priamos durch seinen Gefährten, den Malouf als Repräsentant des einfachen Volkes und Gegenbild des Königs zeichnet, nicht nur viel über die Welt außerhalb des Palastes, sondern auch über sich selbst. Doppelbödigkeit.In seinem jüngsten Roman, Die tapfersten der Söhne , erzählt der seit vielen Jahren auch in Deutschland bekannte australische Autor, David Malouf, in anrührend-schlichten Worten eine Geschichte von Verlust und Trauer, Wut und Ohnmacht, die uns nur vordergründig in die Antike führt. Er beschäftigt sich ebenso mit zutiefst menschlichen Themen dem Alter und der Würde, der Einsamkeit und dem Lebenssinn und mit dem Hinauswachsen über das eigene Ich. Er bedient sich des 24. Gesangs der Ilias von Homer, in dem der alte König Priamos, König von Troja, sich zu Achill begibt, dem berühmten, unverwundbaren Heros der Griechen, und ihn um die Herausgabe des Leichnams seines Sohnes Hektor bittet. Achill hat aus Schmerz über den Tod seines besten Freundes und Vetters Patroklos, der durch Hektors Hand fiel, diesen getötet und seinen Leichnam danach geschändet. Nun will Priamos zum griechischen Feldlager und seinen Sohn auslösen, obwohl alle in der Stadt dieses Vorhaben für selbstmörderisch halten. Auf seinem Weg dorthin begleitet ihn Somax, ein einfacher Fuhrmann, in dessen von zwei Maultieren gezogenen Wagen das Lösegeld für Hektor verstaut ist.
Durch Somax eine von David Malouf wunderbar erdichtete Figur und Repräsentant des einfachen Volkes, das bei Homer nur selten erwähnt wird bekommt Priamos zum ersten Mal Kontakt mit einem seiner Untertanen. Durch Somax lernt er die Welt außerhalb seines Palastes kennen und erfährt von Angesicht zu Angesicht von den Freuden und Kümmernissen seines Volkes.
 


Journal Entry 2 by wingRunningmousewing at Nürnberg, Bayern Germany on Wednesday, May 09, 2012

10 out of 10

Was für ein tolles Buch!
Obwohl "nur" eine erweiterte Nacherzählung einer bekannten Geschichte, obwohl nur gut 150 Seiten lang, steckt unglaublich viel in diesem Büchlein. Natürlich auch durch die hinzuerfundene Figur Somax, aber auch durch die Gedanken Priamos', durch die Idee, in einem grausamen Krieg etwas Neues zu tun, bekommt die Erzählung so viele Aspekte, dass ich es eigentlich gleich nochmal lesen sollte, um es wirklich vollständig zu erfassen. Auf jeden Fall ein Buch, das nachhaltig beschäftigt. 


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