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Natura morta
by Josef Winkler | History
Registered by wingwhipcordwing of Kassel, Hessen Germany on 1/20/2012
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Journal Entry 1 by wingwhipcordwing from Kassel, Hessen Germany on Friday, January 20, 2012

3 out of 10

Musste ich für die Uni lesen. Fand es nicht so sonderlich toll und hat mir Rom nicht wirklich schmackhaft gemacht.

Ein Begriff aus der Malerei steht programmatisch über der römischen Novelle von Josef Winkler. In Natura morta malt der Autor mit Worten den Triumphzug des Todes.

Schauplatz ist der Markt auf der Piazza Vittorio Emmanuele. Ein opulentes Augenmahl aus Fleisch und Blut bietet sich dar, Farben und Gerüche sind betäubend: ausgeweidete schwarze Ziegen, gespaltene Schafsköpfe, Gehirne auf rosarotem Fettpapier, violette Fliegen in silberglänzenden Augenhöhlen, dunkelrote Hühnerkämme. Frische grüne Rosmarinzweige übertünchen den Blutgeruch. Scherzend, schreiend, feilschend bewegen sich Verkäufer, Bettler, Zigeunerinnen, Nonnen, Kinder. Der Blick des Autors bleibt hängen an einem Jüngling, den Fische verkaufenden Piccoletto. "Ein schwarzhaariger, ungefähr sechzehnjähriger Junge, der lange, fast seine mit Sommersprossen übersäten Wangen berührende Wimpern hatte..." Sanft und begehrlich streift der Blick seine Bewegungen. Etwas kindhaft Unschuldiges haftet ihm an, die Szenerie der Schlacht- und Blutorgie im Hintergrund lässt Piccolettos Schönheit und Lebendigkeit nur stärker strahlen.

Die Figur des Piccoletto führt uns durch das alltägliche Rom, das in genauesten Beschreibungen sinnlich greifbar wird. Als Überschriften für seine Bilder verwendet Josef Winkler Gedichte von Giuseppe Ungaretti, die dieser nach dem Tod seines verstorbenen Sohnes schrieb. Quasi das Motto des Buches ist die Gedichtzeile: "Er hat einen Korb aus Tau / der Scharlatan des Himmels." Sie findet eine Entsprechung, als am Markt im Platzregen der Tod Einzug hält. Im Spiel des Lebens hält er die letzte Karte bereit, und er spielt sie aus gegenüber dem Schönen, Geliebten, dem Allerlebendigsten.

Wie barocke Embleme entwickelt Josef Winkler seine Liebes- und Todespoesie. Seine Konzentration auf grausame Spielarten des Todes erfährt hier in lebendigsten Bildern einen neuen Höhepunkt. Für die Novelle erhielt er den Alfred-Döblin-Preis 2001.  


Journal Entry 2 by wingRoseOfDarknesswing at Baruth/Mark, Brandenburg Germany on Friday, February 24, 2012

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Journal Entry 3 by wingRoseOfDarknesswing at Baruth/Mark, Brandenburg Germany on Thursday, May 24, 2012

3 out of 10

Ein interessantes Buch, in dem außer einem Todesfall ganz am Ende fast nichts passiert.Es ist ein trickreicher Stil, den Josef Winkler hier anwendet. Alles gärt so vor sich hin, es geht um Hitze,Gerüche, Farben, Fäulnis, Sexualität und Tod. Zeitlupenartige Sequenzen. Anfänglich ist man fasziniert, aber sobald man die Technik verstanden hat, liest sich das Buch distanzierter. Winkler spielt mit dem Ekel, alles so ein wenig grauslich. Am Ende hatte ich Mühe, das Buch fertig zu lesen. Es ist zwar doch ordentlich morbid,mit eindringlichen Bilder, aber für mich hatte es im Endeffekt doch zu wenig geistiges Temperament, -- es ist eben immer diese depressive Stimmung und Abgründigkeit, in dieser Hinsicht ist es ein 'modernes' Buch.  


Journal Entry 4 by wingRoseOfDarknesswing at 1001 Bookbox, A Bookbox -- Controlled Releases on Thursday, July 05, 2012

This book has not been rated.

Released 6 yrs ago (7/5/2012 UTC) at 1001 Bookbox, A Bookbox -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Darf in der [BOX] 1000. Bücher Raritäten 2 mitreisen.

Man druckt viele neue Bücher; man würde gut tun, wenn man einige alte Bücher von neuem druckte.
Hippolyte Taine 


Journal Entry 5 by wingKasimarwing at Landsberg am Lech, Bayern Germany on Friday, August 03, 2012

2 out of 10

Nunja, das Buch ist überhaupt nicht nach meinem Geschmack, ich habe es nur fertig gelesen, weil es ein "Buch der 1000 Bücher" ist.
Blut und Erotik, Kruzifix und Ekel bilden die Grundlagen dieser auf einem belebten römischen Markt spielenden Novelle, die mit einer von Nebensätzen, Adjektiven, Klischees und fremdsprachigen Ausrufen gespickten Sprache den Tod eines Jungen beschreibt - und doch in einem Satz zusammengefasst werden kann.
Das Buch verbleibt in RoseOfDarkness Raritäten Box 2. 


Journal Entry 6 by morganaa at Aschaffenburg, Bayern Germany on Friday, October 12, 2012

3 out of 10

Hat mich nicht wirklich begeistert. Auch wenn der Stil angeblich so ausgeklügelt und außergewöhnlich ist. Diese ellenlangen Schachtelsätze mit im Prinzip unwichtigen Details sorgen dafür, dass man immer mal wieder von vorne anfängt zu lesen.

Als Vegetarier wird man hier auch nicht grad glücklich, denn die Geschichte spielt auf einem Markt. Besonders die Fleisch- und Fischstände werden detailreich und ausführlich beschrieben und auch die dazugehörigen Schlachthandlungen. Ok, es ist mal was anderes, aber ich brauche das nicht wirklich.

Bleibt in der 1000-Bücher-Box und darf weiterreisen. 


Journal Entry 7 by curlycat at Wien Bezirk 05 - Margareten, Wien Austria on Thursday, May 02, 2013

This book has not been rated.

bei mir ausgestiegen 


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