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Jacob beschließt zu lieben
by Catalin Dorian Florescu | Literature & Fiction
Registered by wingLilliannewing of Wilmersdorf, Berlin Germany on Sunday, January 08, 2012
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status (set by Lillianne): permanent collection


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Journal Entry 1 by wingLilliannewing from Wilmersdorf, Berlin Germany on Sunday, January 08, 2012

6 out of 10


Ein weiteres Buch zum Freilassen.
Es ist ein Vorablesen-Buch

Oh, wie habe ich mich schwergetan, dieses Buch zu lesen. Nach der doch sehr spannenden Leseprobe, wollte ich das Buch sofort nach Erhalt "weglesen", um die Rezension schreiben zu können. Aber es gelang mir nicht. Ich bin mit den Brutalitäten, die sich mir bei der Betrachtung der historischen Figuren begegneten, "abgesoffen". Ich habe es weggelegt und mich mit sämtlichen Büchern betäubt, die mir in die Quere kamen. Darunter auch Mittelalterromane, die immer auch mit den Gedanken gelesen wurden, vielleicht mal wieder dem Buch "Jacob beschließt zu lieben" eine Chance zu geben.

Es hat knapp 10 Monate gedauert, bis ich den Band wieder in die Hände nahm. Auch beflügelt von der Tatsache, dass es Menschen um mich herum gibt, die dieses Buch auch gerne lesen würden. Das war Ansporn und Auftrag; Ich wollte das Buch nicht ungelesen weiter geben. Zwschenzeitlich gabe es Buchvorstellungen im Radio und anderen Medien und der Autor hat zudem noch einen Preis für dieses Buch erhalten: Den Schweizer Buchpreis 2011.


Zum Autor
Catalin Dorian Florescu, geboren 1967 in Timsoara in Rumänien, lebt seit 2001 als freier Schriftsteller in Zürich. Er ist ausgebildeter Psychologe und Suchttherapeut und arbeitete als psychotherapeutischer Begleiter in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige.

Für seine Romane "Wunderzeit" (2001), "Der kurze Weg nach Hause" (2002), "Der blinde Masseur" (2006) und "Zairas" (2008) erhielt er zahlreiche Preise - u. a. den Chamisso-Förderpreis und den Anna Seghers Preis, er war außerdem Stadtschreiber von Dresden -, und sie wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Im Zusammenhang mit dem neuen Roman wurde der Autor bereits zum Stadtschreiber von Erfurt und Stadtschreiber von Baden-Baden ernannt und erhielt ein Heinrich-Heine-Stipendium (aus dem Umschlagtext).


Ich biete das nun als RING an.
Die erste Leserin wird Inken sein, die sich schon im letzten Jahr dazu angemeldet hat.

Lesefolge (Reihenfolge kann sich evtl. noch ändern)
1. Inken, Berlin >>> ab 10. Februar 2012
2. Canchita,
3. lena-lena,
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dann zurück an Lillianne, Berlin


Wer mitlesen möchte, gebe bitte im Forum Bescheid. Es gelten die Regeln, die sich hier bewährt haben.


Da ich gerne Geschichten sammle, freue ich mich über einen etwas aussagekräftigeren Eintrag zu diesem Buch. Vielleicht bewegt sich etwas ... für die weiteren Leser/innen.

Gute Reise und viel Freude.
 


Journal Entry 2 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Sunday, January 08, 2012

6 out of 10


Gewalt und Verrat in brutalster Form

Zum Buch
Es ist die Familiengeschichte der Obertins - eigentlich Aubertin - aber das "O" wurde in den Papieren bei der Auswanderung aus Lothringen ins Banat so festgelegt. Es soll ein deutscher Name sein: Obertin mit "O" und Frederick mit "k". Es ist die Geschichte der Siebenbürger-Schwaben, die sich aufgemacht haben, in dem kargen Banaterland eine neue Existenz aufzubauen.

Frederick Obertin ist der Begründer der Dynastie im Banaterland, die jahrhundertelang einen "gewichtigen" Namen hatten. Zum Auswandern musste man verheiratet sein, also sucht er sich eine Frau, was für ihn nicht einfach war. Er in manchen Augen besonders hässlich war und war auch nicht vermögend, weshalb die Frauen ihn nicht registrierten. Die Vorsehung wollte es, dass er bei der Recherche der Auswanderungsmodalitäten einem Ehepaar mit Tochter begegnete, die auch keine Schönheit war. Es fing hier also mit einer einvermehmlichen Zweckhochzeit an. Er wurde von allen Mitreisenden akzeptiert und zum Sprecher ernannt. Nach einer abenteuerlichen Reise sind sie im Banat - einer gottverlassenen Gegend - angekommen und haben ihr neues Dorv aufgebaut. Dass das so alles funktionierte, war auch das Verdienst von Frederick Obertin. Die Rumanen mussten unter Druck gesetzt und bestochen werden. Letztendlich brauchte man einen Bürgermeister, der für die Verwaltung Ansprechpartner war. Frederick wird vom Sprecher zum Bürgermeister gemacht.
Ist in dieser Generation die Familienplanung und Aufbauleistung in einem unbeackerten Land noch (fast) verständlich, wird die Familiengeschichte in einer der nächsten Generationen (fast) unerträglich: Caspar Obertin kehrt aus dem Krieg zurück und möchte auf den Hof seines Vaters. Er pirscht sich an das Grundstück heran, von dem er meint, es sei der Grund und Boden seiner Familie und erschießt den Besitzer und seinen Sohn, die ihr Land und den Hof verteidigen wollten. Schnell wird ihm klar, dass es nicht das Familiengrundstück, was ihn aber nicht abhält nun darauf seine Familie zu begründen.

Die nächste Familienplanung, die wir erzählt bekommen ist die von Jakob mit "k".
Aus den Nachfahren des Frederick Obertins gab es in Triebswetter nur noch Elsa und ihren Vater Niclaus Obertin. Elsa kam aus Amerika zurück und hatte es zu einigem Reichtum gebracht. Die Obertins sind aber im Dorf nicht mehr die angesehenen Nachbarn: Man ist voller Neid und Mißgunst, man geht mit abgewendeten Augen an dem Grundstück vorbei. Die Dorfbewohner sind auch nicht bereit, den Obertins zu helfen, als der Blitz in den Hof einschlägt und Haus und Tiere verbrennen werden. Diesen gepflegten Liebesdienst versagen sie den Obertins.

Auch Jakob verweigert diesen Dienst. Er, der mit diesem Unwetter nach langer Wanderschaft plötzlich in Triebswetter auftaucht, nutzt die Gastfreundschaft des Apothekers einerseits, geht beim Feuerläuten trotz Aufforderung durch den Apotheker aber nicht mit zum Löscheinsatz: "Das geht mich nichts an!"
Ganz abgeklärt nimmt er die Information bei der Rückkehr des Apothekers auf, dass es den Hof der "Amerikanerin" getroffen hat. Seinen Entschluss zieht er durch: Er hat sich auf den Weg gemacht, um die Amerikanerin zu heiraten. Auslöser war ein Zeitungsartikel über die Rückkehr der Elsa Obertin aus Amerika und die Aussage von ihr, dass sie einen Mann für den Hof suchte. Die Dynastie der Obertin wäre mit Elsa und Niclaus Obertin gestorben.
Jakob - ohne Nachname, "das muss reichen" - der sich vorgenommen hatte die Amerikanerin zu heiraten, übernimmt auch gleich noch ihren Namen und begründet einen neuen Zweig der Obertins.

Wie er das jetzt durchzieht und mit welcher Brutalität er seine Interessen wahrnimmt werden wir durch die Erzählung des Jacob mit "c" erfahren, dem Sohn aus der Ehe von Elsa und Jakob Obertin.
Sein Vater herrscht wie ein Desport - im Dorf wie in der Familie. Seine Frau, einst eine emanzipierte Dame, verblüht unter der Regie des Mannes und flüchtet sich ins Beten. Sein Sohn, der schwächlich und kränklich ist, wird misshandelt und vom eigenen Vater verraten.

Das Buch ist die Entwicklungsgeschichte des Jacob mit "c" : Von der Geburt auf dem Pferdemistwagen im Jahr 1924 bis zum Jahr 1952, als er nach vielen unbeschreiblichen Leidenswegen zum "Ende der Welt" zieht.

Mehr demnächst ... 




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