corner corner [Leserunde] Anna Karenina von Leo Tolstoi, Erster Teil, Kapitel 14 - 34

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[Leserunde] Anna Karenina von Leo Tolstoi, Erster Teil, Kapitel 14 - 34

So, dieser Abschnitt hat uns ja spürbar vorangebracht. Sowohl in Bezug auf den Umfang des Romans, als auch in dessen Handlung ;-)

Wronskij, Kittys Verehrer erscheint mir von Anfang an als oberflächlich und gedankenlos. Er fühlt sich als "Sieger" als er von Lewins Abfuhr erfährt.
Den Begriff "Anlocken ohne Heiratsabsicht" habe ich zum ersten Mal gehört, im Kontext der Handlung spricht er aber für sich selbst.
Später wird sein gestörtes Verhältnis zur Mutter erwähnt, er kennt kein Familienleben. Ich finde es schon klasse, wie Tolstoi diese Zusammenhänge nachvollziehbar in der Geschichte unterbringt!

Kitty erscheint mit ihren 18 Jahren wirklich noch sehr naiv, zumindest im Umgang mit Männern. Aber nach der Beschreibung Tolstois der beiden Männern ist auch absolut nachvollziehbar, warum Mutter und Tochter Wronskij für die bessere Partie halten.

Zum Glück behält der Fürst den Durchblick, mir ging beim Lesen die Frage durch den Kopf, ob der Fürst sich wohl an eigenes "Fehlverhalten" in seiner Jugend erinnert und deshalb Wronskij gegenüber (zu Recht) misstrauisch ist.

Die Titelheldin erscheint im gelesenen Abschnitt - und wie. Sie wird ja zunächst als sozusagen äußerlich und innerlich schön beschrieben, die quasi jeden beeindruckt, der ihr begegnet, Frauen und Männer.
Die Szenen am Bahnhof fand ich leicht übertrieben, aber das ist wohl Geschmackssache. Wir sollen also verstehen, dass es sich bei Anna und Wronskij um Liebe auf den ersten Blick handelt.
Anna gelingt es mit ihrer Art leicht, den Bruch zwischen Stiwa und Dolly zu reparieren, auch wenn die "Reparatur" im Grunde nur darin besteht, Dolly klar zu machen, dass es am Besten ist, dem untreuen Gatten zu verzeihen. Das Stiwa unter diesen Umständen von Anna begeistert ist, verwundert da nicht mehr.

Der Ball, an dem dann alle bisher eingeführten Personen (ausgenommen Lewin) teilnehmen, stellt in meinen Augen den literarischen Höhepunkt des ersten Teils dar.
Kitty wird schlagartig ein ganzes Stück erwachsener, als ihr zum einen klar wird, dass sie mit Zitronen handelte, als sie auf einen Antrag von Wronskij hoffte und zum anderen, als ihr klar wird, dass Anna der Grund dafür ist. Wobei ich nach der Beschreibung von Wronskijs Charakter davon ausgehe, dass er auch ohne Anna keinesfalls einen Antrag gemacht hätte. Was Kitty wohl auch irgendwie klar ist.

Anna und Wronskij spielen vorsichtig mit dem Feuer auf dem Ball. Annas Gedankengänge finde ich bei ihrer Heimreise am nächsten Tag gut beschrieben. Und Wronskij als stürmischer Held, der heimlich mitreist, ist auch nicht zu verachten ;-)
Herrlich ironisch, wie Anna im Zug einen Liebesroman liest.
Gut beschrieben auch Annas Ehemann, hier deutet sich an, dass Anna in ihrer Vernunftehe unzufrieden ist, aller materiellen Dinge und des gesellschaftlichen Ansehens zum Trotz.
Alexej Alexandrowitsch Karenin wird ja nun auch wirklich nicht als heißblütiger Liebhaber geschildert...

Und mein Lacher der Woche: "[...] die rosa Schuhe mit den hohen geschweiften Absätzen drückten die Füßchen nicht, sondern taten ihnen wohl." Also bei aller Liebe, DAS kann nur ein Mann schreiben. Tolstoi hatte offensichtlich nie hohe Absätze an den Füßen. :-))

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So, dieser Abschnitt hat uns ja spürbar vorangebracht. Sowohl in Bezug auf den Umfang des Romans, als auch in dessen Handlung ;-)

Wronskij, Kittys Verehrer erscheint mir von Anfang an als oberflächlich und gedankenlos. Er fühlt sich als "Sieger" als er von Lewins Abfuhr erfährt.
Den Begriff "Anlocken ohne Heiratsabsicht" habe ich zum ersten Mal gehört, im Kontext der Handlung spricht er aber für sich selbst.
Später wird sein gestörtes Verhältnis zur Mutter erwähnt, er kennt kein Familienleben. Ich finde es schon klasse, wie Tolstoi diese Zusammenhänge nachvollziehbar in der Geschichte unterbringt!

Kitty erscheint mit ihren 18 Jahren wirklich noch sehr naiv, zumindest im Umgang mit Männern. Aber nach der Beschreibung Tolstois der beiden Männern ist auch absolut nachvollziehbar, warum Mutter und Tochter Wronskij für die bessere Partie halten.

Zum Glück behält der Fürst den Durchblick, mir ging beim Lesen die Frage durch den Kopf, ob der Fürst sich wohl an eigenes "Fehlverhalten" in seiner Jugend erinnert und deshalb Wronskij gegenüber (zu Recht) misstrauisch ist.

Die Titelheldin erscheint im gelesenen Abschnitt - und wie. Sie wird ja zunächst als sozusagen äußerlich und innerlich schön beschrieben, die quasi jeden beeindruckt, der ihr begegnet, Frauen und Männer.
Die Szenen am Bahnhof fand ich leicht übertrieben, aber das ist wohl Geschmackssache. Wir sollen also verstehen, dass es sich bei Anna und Wronskij um Liebe auf den ersten Blick handelt.
Anna gelingt es mit ihrer Art leicht, den Bruch zwischen Stiwa und Dolly zu reparieren, auch wenn die "Reparatur" im Grunde nur darin besteht, Dolly klar zu machen, dass es am Besten ist, dem untreuen Gatten zu verzeihen. Das Stiwa unter diesen Umständen von Anna begeistert ist, verwundert da nicht mehr.

Der Ball, an dem dann alle bisher eingeführten Personen (ausgenommen Lewin) teilnehmen, stellt in meinen Augen den literarischen Höhepunkt des ersten Teils dar.
Kitty wird schlagartig ein ganzes Stück erwachsener, als ihr zum einen klar wird, dass sie mit Zitronen handelte, als sie auf einen Antrag von Wronskij hoffte und zum anderen, als ihr klar wird, dass Anna der Grund dafür ist. Wobei ich nach der Beschreibung von Wronskijs Charakter davon ausgehe, dass er auch ohne Anna keinesfalls einen Antrag gemacht hätte. Was Kitty wohl auch irgendwie klar ist.

Anna und Wronskij spielen vorsichtig mit dem Feuer auf dem Ball. Annas Gedankengänge finde ich bei ihrer Heimreise am nächsten Tag gut beschrieben. Und Wronskij als stürmischer Held, der heimlich mitreist, ist auch nicht zu verachten ;-)
Herrlich ironisch, wie Anna im Zug einen Liebesroman liest.
Gut beschrieben auch Annas Ehemann, hier deutet sich an, dass Anna in ihrer Vernunftehe unzufrieden ist, aller materiellen Dinge und des gesellschaftlichen Ansehens zum Trotz.
Alexej Alexandrowitsch Karenin wird ja nun auch wirklich nicht als heißblütiger Liebhaber geschildert...

Und mein Lacher der Woche: "[...] die rosa Schuhe mit den hohen geschweiften Absätzen drückten die Füßchen nicht, sondern taten ihnen wohl." Also bei aller Liebe, DAS kann nur ein Mann schreiben. Tolstoi hatte offensichtlich nie hohe Absätze an den Füßen. :-))
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Lesepensum

Für die folgenden beiden Wochen schlage ich vor, den zweiten Teil zu halbieren. Das ergibt in der Diogenes-Ausgabe je 85 Seiten und für die folgende Woche Kapitel 1 -18 im zweiten Teil.
Trinibell, ich hoffe, dass reicht dir als "Kürzung"?
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Für die folgenden beiden Wochen schlage ich vor, den zweiten Teil zu halbieren. Das ergibt in der Diogenes-Ausgabe je 85 Seiten und für die folgende Woche Kapitel 1 -18 im zweiten Teil.
Trinibell, ich hoffe, dass reicht dir als "Kürzung"?

@Ophelia1: danke, das wird schon irgendwie gehen. Ich bin gestern im ersten Teil bis Kapitel 12 gekommen und hab ja heute noch einen langen Lesenachmittag vor mir.
;-)
Ich bin nur etwas verwirrt, dass ihr anscheinend je einen neuen Thread pro Leseabschnitt verwendet, das hatte ich nicht auf dem Radar. Aber wenn sich das so bewährt hat, dann werde ich mit Lesezeichen setzen schon die Übersicht behalten...

:-D
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ICH mag Threads, die übersichtlich sind. Und bisher hat niemand lautstark protestiert. Zitat von Richter-Di: Schweigen ist die höchste Form der Zustimmung ;-)
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Ja wie ich denke,baut sich die Tragik der Handlung in diesem Abschnitt auf,und wie ich finde von Tolstoi meisterlich in Scene gesetzt.Mir sind auch zwei Nebenschauplätze aufgefallen:Stadtleben und Landleben.Und zwar wird hier über den Wronskijs,von seiten des Fürsten abgeurteilt.("Das ist ein Windhund")

Ausserdem ist auch von Spiritismus die Rede der in diesem Jahrhundert bei der feinen Gesellschaft beliebt wahr.Tolstois Ansicht nach ohne wissenschaftlichen Bestand und sinnlos.


Kurz nach der Ankunft von Anna geht Kitty ihre Schwester Dolly besuchen und da steht:"S.110 Kitty fühlte,daß Anna ganz offen war und nichts verheimlichte,daß aber noch eine andere höhere Welt von vielfältigen poetischen Interessen in ihr war,zu der Kitty keinen Zugang hatte."

Die Anna Karenina wird auch als sehr intelligent,und sehr schön beschrieben,sehr geschickt wie ich finde:"Das schwarze Kleid diente ihr nur als Rahmen und ihre Schönheit strahlte hervor."


Kittys Eifersucht wird durch die Erscheinung der Anna geweckt und dem Dialog mit Wronskijs(Nicht zur Mazurka aufgefordert)Wronskijs beschäftigt sich nur mit Anna und die beiden verlieben sich.(Wobei die Anna das garnicht möchte,aber sich der Faszination nicht entziehen kann.)


Im Gespräch mit Dolly ist die Rede von inneren skeletons (Schlitten).

Anna reist aufgrund dieser Sache überstürzt abund denkt Sie hätte Kitty sich zur Feindin gemacht.(Ein verhalten von ich versuche zu denken,was die anderen denken)

Auf dem Bahnhof die unerwartete Begegnung mit Wronskij in Uniform,der ihr,also Anna seine Liebe erklärt,was bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschen war.Anna versucht abzuwehren in einem schweren Winterwetter.

Zuhause angekommen,die Begegnung mit ihrem Mann der Sie auf dem Bahnhof abholt.Sie fühlt sich immer etwas von oben herab von ihm behandelt.Obwohl ich glaube das auch hier schon deutlich wird,das an solchen Mißstimmungen immer zwei schuld haben.

Sie fragt:Ist Serjosha gesund?Under antwortet:"Ist das die Belohnung für meine Glut?"


Wronskijs erlebt die Zugfahrt wie in Trance und ist froh,das er Anna seine Liebe gestehen konnte.

In Petersburg überläßt sich Anna ihrem Haushalt und den ehelichen Pflichten.Wronskijs fährt zurück in seine Wohnung nach Moskau und es zeigt sich in welchen losen Verhältnissen er lebt.Der 1.Teil endet damit das Wronskijs versucht Mittel und Wege zu finden um in die gesselschaftlichen Kreise der Anna Karenina einzudringen.
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Ich bin mir nicht sicher, dass Anna nicht möchte. Ich hatte eher den Eindruck, dass sie sich vor die uralte Alternative von Vernunft und Gefühl gestellt sieht und halbherzig versucht, vernünftig zu sein.

Die skeletons habe ich für mich mit Skeletten übersetzt, im Sinne von "Leichen im Keller".
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Ich bin mir nicht sicher, dass Anna nicht möchte. Ich hatte eher den Eindruck, dass sie sich vor die uralte Alternative von Vernunft und Gefühl gestellt sieht und halbherzig versucht, vernünftig zu sein.

Die skeletons habe ich für mich mit Skeletten übersetzt, im Sinne von "Leichen im Keller".

Zu1,das kann sein,ich werde in den nächsten Kapiteln darauf hören,ob es so ist.Zu2 bei skeletons habe ich in einem Fremdwörterbuch nachgelesen und da hieß es das es sich um eine englische Bezeichnung für Schlitten handelt.
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skeletons

Stimmt es ist eine Bezeichnung für Schlitten UND Skelette, Gerippe.

Ich wollte auch nicht sagen, dass du falsch übersetzt. Sondern nur, dass ich den Satz anders interpretiert habe :-)
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Kapitel 28:
in meinem Buch wird skeletons mit der Fußnote 13 hinten erklärt: "engl. verborgener heimlicher Kummer, etwas Unangenehmes, das man verbergen muss"
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Und mein Lacher der Woche: "[...] die rosa Schuhe mit den hohen geschweiften Absätzen drückten die Füßchen nicht, sondern taten ihnen wohl." Also bei aller Liebe, DAS kann nur ein Mann schreiben. Tolstoi hatte offensichtlich nie hohe Absätze an den Füßen. :-))


Bei mir heißt der Satz:
"die rosa Ballschuhe mit den hohen, geschweiften Absätzen drückten nicht, ihr Füßchen fühlte sich darin wohl."
Die Aussage kann ich so annehmen. :-))

PS: "mein" Übersetzer heißt Raphael Löwenfeld, wohl ein Zeitgenosse Tolstois. Ich tendiere ja inzw. dazu, mir die Neuübersetzung von Rosemarie Tietze zuzulegen....
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Ah, so passt der Satz besser ;-)
Offensichtlich ist deine Übersetzung nicht schlecht, da würde ich mir das mit der neuen Ausgabe überlegen.
Habe gerade geblättert, "meine" Ausgabe ist von Arthur Luther übersetzt, wobei die Übersetzung von 1928 ist.
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Ich finde den Wortwechsel zwischen Lewin und der Gräfin Northstone sehr unterhaltend:-) Tolstoi schreibt das gut.

Er hat, nachdem er mit seiner verunfallten Werbung keinen Erfolg hatte, ein Treffen mit seinem Bruder, dem verschwenderischen Nikolaj. Der lebt mehr schlecht als Recht mit einer Frau üblen Leumunds zusammen und ist alkoholabhängig.

Ansonsten ist Lewin einmal mehr unglücklich und verzagt. Er zieht sich auf sein Gut zurück. Er hat dort Pläne zur Verbesserung der Lage des Gutes und der Landbevölkerung, die aber sabotiert werden, bzw noch reifen müssen.
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Kapitel 34 "......noch wie betäubt gewesen, hatte sich aber dann, wie wenn jemand mit den Füßen in seine Pantoffeln hineinfährt, sofort wieder in seiner früheren vergnügten, angenehmen Welt zurechtgefunden"

ja, es gibt immer wieder sehr schöne, fast poetische Sätze zu lesen. Überhaupt, ist die Geschichte sehr gut vorstellbar und läuft vor meinem Auge als Film ab.
Was hat Anna sich nur gedacht, im schwarzen, tiefausgeschnittenen Samtkleid den ganzen Abend mit Wronski tanzen. Erstens ist ihr Kitty egal? Zweitens ist sie verheiratet und spielt mit einem ungebundenen, eher unsteten Mann. Da hilft auch die sofortige Abreise nichts. Da hat mich Anna sehr enttäuscht, obwohl sie vorher so verständnisvoll mit Dolly das Eheproblem gelöst hat.
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anscheinend sind kleine Füße ("Füßchen") und Hände in dieser Zeit für Frauen ein Schönheitsideal, zumindest für Frauen von Stand (Kitty, Anna,..). Zuerst dachte ich kurz, dass es an der es an der russischen Freude an Verkleinerungsformen liegt (ist im Schwäbischen ja auch verbreitet ;-), aber dann werden die Hände von Annas Zofe nicht ganz unerwartet als groß beschrieben, das kann kein Zufall sein.


Was Wronskij angeht, so finde ich sein Verhalten Kitty nicht allzu tadelnswert. Ja, er hat ihr viel Aufmerksamkeit geschenkt, mehr aber auch nicht. Die Interpretation von Kitty und vor allem auch ihrer Mutter, dass er daher Heiratsabsichten hat, war in erster Linie Wunschdenken.
Dass sich Kitty in ihrer ersten(!) Saison zu einem charmanten und attraktiven Mann hingezogen fühlt ist nachvollziehbar, das Wunschdenken ihrer Mutter auch noch, wenn's sein muss, aber dann auch das Ergebnis.
Dazu kommt auch, dass Wronskij in Petersburg lebt und die dortige Gesellschaft als etwas freier als die Moskauer beschrieben wird.


PS;
wie ihr seht habe ich aufgeholt und den ersten Teil zu Ende gelesen. Ich bin sogar schon im 3. Kapitel von Teil 2, 2x 50 Minuten S-Bahnfahrt sei Dank. ;-) In den nächsten Tagen werde ich aber meinen Schulungsunterlagen widmen müssen....
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Hmmm ja, aus heutiger Sicht hast du natürlich recht. Aber irgendwie habe ich noch im Kopf, dass in den oder eventuell über die Romane von Jane Austen geäußert wurde, dass drei Tänze mit demselben Mann auf einem Ball gleichbedeutend mit einer Verlobung sind.
So gesehen wusste Wronskij sehr wohl, was er mit Kitty (und den Hoffnungen ihrer Mutter) machte. Tolstoi beschreibt ja auch sehr treffend, dass Wronskij es darauf anlegt :-)

Dir noch viel Spaß beim Aufholen und eine erfolgreiche Schulung!
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Hmmm ja, aus heutiger Sicht hast du natürlich recht. Aber irgendwie habe ich noch im Kopf, dass in den oder eventuell über die Romane von Jane Austen geäußert wurde, dass drei Tänze mit demselben Mann auf einem Ball gleichbedeutend mit einer Verlobung sind.
Eigentlich meinte ich nicht (nur) aus heutiger Sicht. Und zw. Jane Austens Büchern und "Anna Karenina" liegen immerhin auch 60 Jahre. Ich nehme auch an, dass auch in der damaligen Gesellschaft die , sagen wir "Interpretation von Unausgesprochen" öfters mal schief ging. ;-)
So gesehen wusste Wronskij sehr wohl, was er mit Kitty (und den Hoffnungen ihrer Mutter) machte. Tolstoi beschreibt ja auch sehr treffend, dass Wronskij es darauf anlegt :-)
.
Ja, Kitty Zuneigung genießt er, aber Tolstoi schreibt im 16. Kapitel auch, dass ihm, Wronskij gar nicht in den Sinn kam, dass man sein Verhalten (denn alles lief ja komplett unausgesprochen) als klare Heiratsabsicht interpretieren könnte.


Dir noch viel Spaß beim Aufholen und eine erfolgreiche Schulung!
Danke.

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